telthies
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« Antworten #2 am: 01. Februar 2012, 22:07:31 » |
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Der wesentliche Unterschied zwischen ISDN und DSL liegt darin, daß ISDN leitungs- und DSL paketvermittelt die Verbindungen herstellt. Das heißt auf Normaldeutsch: Bei ISDN wird für jede Verbindung zwischen Wählen und Auflegen eine Leitung aufgebaut, die - egal in welchen Sekunden Dein Modem etwas sendet bzw. empfängt oder nicht - während der ganzen Verbindungsdauer 64.000 kbit/s "Bandbreite" in einem der beiden "Nutzkanäle" exklusiv für Deine Nutzung bereitstellt. Die für das Verbindungsmanagement (Wählen am Anfang, Abbauen am Ende) notwendigen "Protokolldaten" laufen in einem gesonderten Datenkanal, sind von der "Nutzlast" also nicht abzuziehen. Bei DSL ist die "Bandbreite" (= praktisch "Geschwindigkeit") zwar theoretisch um ein Vielfaches höher. Allerdings steht Dir hier nicht exklusiv eine Leitung zur Verfügung. Du kannst Dir das ungefähr so vorstellen, wie am Flughafen: für soviel Daten wie in einen Koffer gehen, brauchst du einen Koffer mit Deinem Adreßanhänger. Deine Nachbarn und wer sonst noch alles über die gleichen Vermittlungswege seine Datenkoffer auf das für Alle gemeinsame Transportband legt, konkurrieren mit Dir um die höchstmögliche Datenmenge auf dem Transportweg. Zudem benötigt jeder Datenkoffer einzeln einen ziemlich schweren Adreßanhänger für Absender und Empfänger, wodurch aus Deinen Sprachdaten in vergleichbarer Qualität zu den 64 kBd des ISDN bei "Internet-Telefonie" insgesamt etwa 100 KBd werden. Ein ähnliches Bild wie das vorige macht es vielleicht noch deutlicher: die Vermittlungsstelle ist wie die Kassiererin im Supermarkt, bei der aber nicht die Kunden nacheinander ihre Waren auf´s Band legen, sondern durcheinander, wozu natürlich jeder Kunde auf jede Ware einzeln neben das Preisschild seinen Namen kleben muß. Und wenn alle Betriebe Dienstschluß haben, ist an der Kasse am meisten los. Dazu kommt noch, daß DSL so wie es der Endverbraucher bezahlen kann, asymmetrisch ist, d.h. "upstream" - also von Dir weg - deutlich langsamer als "downstream" - also zu Dir hin. Was den Aspekt des Datentransfers anbelangt, ist die Frage ob DSL wirklich viel "schneller" ist als ISDN, also auch stark von -zig Faktoren abhängig, auf die Du selber keinen Einfluß nehmen kannst. Für die Telefonie hast Du mit ISDN - vereinfacht gesagt - die "garantiertere Qualität". ISDN oder DSL ist aber eigentlich keine ODER-Frage, weil man DSL grundsätzlich mit analogem oder ISDN-Anschluß bekommen kann. Es gibt auch - aus den o.g. Gründen nur mäßig empfehlenswert - "nur DSL". Auch gibt es Anbieter, die "ISDN" anbieten, welches aber in Wirklichkeit auf paketvermittelter "Next Generation Network"-Technik basiert, weswegen wir hier oft von NGN-ISDN vs. "echtem" ISDN sprechen. Um Deine Verwirrung komplett zu machen: es gibt auch eine dritte Alternative, nämlich das z.B. von "Kabel Deutschland" angebotene "Internet & Telefon" mit z.B. 32 Mbit/s (ich habe meist zwischen 25 und 28 Mbit/s, während meine Nachbarn mit DSL "bis zu 16 Mbit/s" die Betonung auf das "bis zu" legen müssen, und meist zwischen 3 und 7 Mbit/s erreichen). Die Tarifgestaltung ist bei vielen Anbietern so, daß Flatrates für Telefonie und Surfen nur bei DSL-Nutzung gelten. Also sowohl praktisch als auch geldlich ist das Ganze eine ziemlich vertrackte Rechensportaufgabe.
Das ganze Gesabbel jetzt aber nur zur Prinzipfrage, weil Du damit eine "Frequently asked Question" gestellt hast. Zu Deiner persönlichen Situation lautet mein Rat, das DSL zu behalten und dazu ISDN vor allem dann ins Auge zu fassen, wenn Dir die Sprachqualität (per "Internet-Telefonie") bisher mißfällt. ISDN gegenüber analog (was man ja wie gesagt beides alternativ zu DSL dazuhaben kann) spielt einen Vorteil hauptsächlich dann aus, wenn man mehrere Rufnummern benötigt. Faxen kann man jedoch auch mit Webfax-Accounts, sodaß wer nicht den ankommenden Telefonverkehr in Eltern/Kinder oder privat/beruflich auftrennen muß, auf ISDN auch verzichten kann.
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