Das Forum für Telefonanlagen und Telekommunikation
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Kaufberatung für Telefonanlage. Ersatz für Avaya
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Thema: Kaufberatung für Telefonanlage. Ersatz für Avaya (Gelesen 1732 mal)
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Dennz2010
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Kaufberatung für Telefonanlage. Ersatz für Avaya
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am:
09. Januar 2012, 10:33:13 »
Hallo. Ich bin neu in diesen Forum und bin per Google auf das tolle Forum gestoßen.
Ich brauche einfach mal eine Beratung weil ich durch das ganze Thema nur schwer durchsteige. Oder nach den ganzen Gesprächen mit den Firmen
die uns TK Systeme anbieten auch nicht mehr weiss, was ist nun der Vorteil von IP Telefonie gegenüber der herkömmlichen Lösung die wir jetzt haben.
Zur Zeit haben wir eine Telefonanlage von Avaya mit den D3 Mobile Handsets. Diese ist nun aber erschöpft. Dawir nun noch anbauen benötigen wir eine
komplett neue, größere Telefonanlage. Es stehen jetzt, nach den ganzen Gesprächen 3 zur Auswahl.
1. wieder eine Avaya, 2. eine Siemens HiPath 3000 und 3. auch die Siemens aber direkt von der Telekom.
Meine Frage wäre nur, warum sollte ich eine IP Anlage nehmen? Denn ausser Avaya wollen uns alle nur das herkömmliche System anbieten,
Avaya möchte aber eigentlich unbedingt IP Telefonie einsetzen und eine VOIP Anlage. Was ist das jetzt genau der Vorteil? Ist das schon sinnvoll oder nicht?!
Wir haben auch eigentlich keine hohen Anforderungen an eine Anlage. Wir wollen telefonieren und ein Telefonbuch pflegen, die Warteschleifenmusik selbst ändern können...
Es muss keiner unbedingt eine eigene Faxnummer haben. Die heutigen Anlage können ja so vieeeeeeel. Das muss alles erst einmal nicht sein.
Was aber sein muss ist, das die Anlage später mit anderen unserer Standorte so vernetzt werden kann das man immernoch ein Telefonbuch pflegen kann etc.
Denn an unseren anderen Standorten werden wir dann auch die gleiche Anlage kaufen, nur in kleinerer Variante.
Oder so Dinge wie: Das man sein Schnurlostelefon mit nimmt und mirt der gleichen Durchwahl am anderen Standort weiterhin erreichbar ist.
Ich danke euch vielmals wenn ihr mir da Ratschläge geben könnt sodass mal eine Entscheidung getroffen werden kann.
Danke,
Dennis
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HerrSuhrbier
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Re: Kaufberatung für Telefonanlage. Ersatz für Avaya
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Antworten #1 am:
09. Januar 2012, 11:24:25 »
Ich bin mit Sicherheit nicht der Fachmann, hab mich aber gerade damit beschäftigt. Grundsätzlich solltest Du noch mitteilen, wieviele Personen an jeder Geschäftsstelle arbeiten. Willst du das vor Ort mit den Mobilteilen lösen, mußt du an jeder Geschäftsstelle alle Mobilteile anmelden. Gesetzt den Fall, jede GS hat 10 Mitarbeiter, bekommen die MA von GS1 die DW10-19, GS2 20-29, GS3 30-39. Und in jeder GS sind dann die DW 10-39 vergeben und werden immer gerufen.
Als Anlage würde ich raten, daß eine virtuelle im Netz wie n-fon oder so das einfachste ist, die muß nur einmal konfiguriert werden und steuert dann alles. Das wäre dann IP-Telefonie, vor Ort dann jeweils noch eine Anlage, die die Anrufe auf die Mobilteile verteilt.
Statt Mobiltelefonen (DECT) können doch auch Smartphones genutzt werden, die sich im WLan vor Ort einloggen. Dann ist der Mitarbeiter immer unter seiner Mobilnummer erreichbar (natürlich kann man für interne Weiterleitungen Zeiten angeben).
Alternativ kannst Du einen Telefonanbieter nehmen, in dessen Netz man Kostenlos telefoniert oder mit Flatrate arbeiten. Dann brauchst du nur eine Anlage am Hauptort, die alles an Mobilnummern weiterleitet und entsprechend Amtsleitungen und/oder GSM-Gateway(s). Und natürlich ein Handy pro MA.
Genaueres und vielleicht besseres kommt hier sicher noch von den üblichen Verdächtigen.
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Letzte Änderung: 09. Januar 2012, 12:04:27 von HerrSuhrbier
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Dennz2010
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Re: Kaufberatung für Telefonanlage. Ersatz für Avaya
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Antworten #2 am:
09. Januar 2012, 16:00:42 »
Was wäre denn mit so einer virtuellen Lösung? Aber grundsätzlich brauchen wir ja auch neue Hardware sag ich mal. Also komplett die Telefone.
Bekommt man die dann zB auch vin NFon oder muss ich mir die dann selber von Siemens kaufen??
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HerrSuhrbier
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Re: Kaufberatung für Telefonanlage. Ersatz für Avaya
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Antworten #3 am:
09. Januar 2012, 16:19:27 »
Wie viele Personen nutzen die Anlage insgesamt und pro Standort und wie viele Gespräche laufen maximal gleichzeitig ab?
Hast Du so eine virtuelle Anlage wie z.B. NFon brauchst Du auch einen entsprechend leistungsfähigen Internetanschluß, denn alle Gespräche von und zum Standort laufen da durch plus Internetanwendungen. Bei Nutzung von Handys natürlich weniger als wenn du DECT-Anlagen vor Ort hast. Welches System du nutzt ist auch eine Geldfrage, NFon u.ä. kostet ja auch pro Endgerät. Hast du selber an einem Ort eine Anlage, die alles auf die Standorte verteilt, brauchst du natürlich entweder einen guten Internetanschluß oder entsprechend viele Leitungen. Kostet alles. Die beste Lösung hängt daher von der Anzahl der Nutzer aktuell und in Zukunft ab.
Welche Hardware du vor Ort brauchst hängt dann wiederum davon ab, für welches System du dich entscheidest. DECT, Handy, Anlage vor Ort, virtuelle Anlage.
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telthies
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Re: Kaufberatung für Telefonanlage. Ersatz für Avaya
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Antworten #4 am:
09. Januar 2012, 17:52:09 »
Zunächst einmal als Moderator meine Bitte: ehe hier lang und breit ins Blaue schwadroniert wird, gib´ uns bitte erst´mal ein paar Eckdaten. In der Hauptsache: um wieviele telefonierende Arbeitsplätze geht es hier (je Standort / gesamt) und worin besteht euer Geschäft ?
Mit den Vertrieblern der TK-Anlagen-Anbieter ist es immer das gleiche (das funktioniert aber auch mit anderen Produktgruppen):
1. Mache dem Kunden klar, daß er etwas
neues
benötigt - lüge ihm notfalls die Hucke voll, wie unwirtschaftlich eine Anpassung des Vorhandenen wäre; selbst wenn der Kunde bei der Marke bleibt, es
müssen
neue Ports verkauft werden;
2. Behaupte von (aus Sicht des letzten Anschaffungsdatums gesehen) "neuen" Entwicklungen (wie z.B. VoIP), die seien nun der entscheidende Schlüssel zur künftigen Wettbewerbsfähigkeit des Kunden - er muß glauben, daß er tot ist wenn er nicht darin investiert;
3. Schneide dein Angebot nie auf die Bedürfnisse des Kunden zu - schon garnicht in Form von vorausschauenden Erweiterungsfähigkeiten, die gefährden nur die Günstigkeit des Projektpreises - sondern erfülle seinen Bedarf einfachstmöglich. Jede von Anfang an eingebaute Nachlizensierungserfordernis ist gut - es ist nur zu vermeiden, daß der Kunde beim nächsten Wachstumsschritt seines Unternehmens das Produkt in Richtung anderer Anbieter wechseln muß;
4. Schwatze dem Kunden möglichst noch für das banalste Zeugs irgendwelche Service Level Upgrades auf. Eine Weile gibt es dadurch einen netten Zuverdienst, dann wird er sie aus Ersparnisgründen kündigen und schämt sich dann wenn er bei der nächsten Baugruppennachrüstung o.ä. erzählt bekommt, er sei ja nun selbst schuld dafür den vollen Mondpreis bezahlen zu müssen;
(sämtliche Ähnlichkeiten mit der Wirklichkeit sind natürlich reiiin zufällig, was auch sonst).
Die Telekom ist übrigens immer nur Wiederverkäufer, ich würde immer lieber das Originalprodukt als ein OEM kaufen (und von einem Fachbetrieb installieren lassen, der mit dem Unternehmen des Kunden auf Augenhöhe steht, also nie als KMU zum Herstellervertrieb eines Global Players gehen).
Und nun zunächst zur Augenwischerei mit dem "Modernitäts-Buzzword" "VoIP":
Die besten Telefone im Büro - und um so mehr, je stärker die "Arbeitsteiligkeit" im Unternehmen ausgeprägt ist - sind
System
telefone. Diese Apparate heißen so, weil sie perfekt auf die jeweilige Anlage abgestimmt sind und diese auch nur mit ihnen über solche Familiengeheimnisse wie "welche Leitung ist belegt" / "ist der Kollege frei", "wen kennt unser zentrales Telefonbuch" und dergleichen spricht. Was das geeignetste Protokoll für die Kommunikation zwischen Anlage und Systemapparaten ist, darf man getrost dem Hersteller überlassen, hier ist so gesehen also keine Technologie in einem absoluten Systemvorteil. Bis hierhin (also auf der Teilstrecke zwischen Apparat und Anlage) ist „Voice over Internet Protocol“ - also die digitale Übertragung von Sprache in Form von Datenpaketen nach der im Internet üblichen Manier – ersteinmal „LAN-Telefonie“, also Telefonie im Local Area Network (= EDV-Netz im Gebäude bzw. auf dem Campus vor Ort). [Edit: die Strecke zwischen Systemtelefon und Anlage kann durchaus auch eine schnurlose sein, wir sprechen hier also nicht nur von Tischapparaten.]
Ob dann im weiteren Verlauf (d.h. auf Streckenabschnitten durch das öffentliche Netz) überhaupt eine „Internet-Telefonie“ daraus wird, hängt nun davon ab, ob die Anlage „klassische“ (z.B. ISDN) -verbindungen benutzt oder (z.B. über DSL) das WWW als Transportweg wählt. Bleibt es auch auf diesen Streckenabschnitten bei „VoIP“, wird zur Qualitätssicherung (das menschliche Gehör wird von Stockungen in der Sprachübertragung – auch wenn es nur um kleine Sekundenbruchteile geht – leicht irritiert) unter anderem eine große „Bandbreite“ an Transportkapazität benötigt. Die benötigte Bandbreite für VoIP liegt – auch wenn der Vergleich zwischen leitungsvermittelten und paketvermittelten Verbindungen immer ein wenig dem zwischen Äpfeln und Birnen ähnelt – beim ungefähr Einskommasechsfachen von ISDN. Das spricht nicht im geringsten gegen VoIP – aber einen Messias muß man darin auch nicht sehen. VoIP ist zwar die konsequente Weiterentwicklung des ISDN-Grundgedankens (des one Net fits all) in der Übersetzung auf – nunmehr paketvermittelt arbeitende – Next Generation Networks, aber das betrifft die Weitverkehrsebene, kann Dir also für die Strecke zwischen Apparat und Anlage ersteinmal gleichgültig sein.
Dann also zum Thema „virtuelle PBX / Centrex“:
Sogenannte „virtuelle“ Telefonanlagen gibt es in verschiedenen Aufbauten. Der Begriff meint ersteinmal nur, daß diese Anlagen nicht mehr den konkreten klassischen Telefonanlagen-Aufbau haben, sondern in einer sprachdienstunspezifischen Computer-Architektur aufgebaut sind, wo manche ehemals von Hardware erledigten Aufgaben nun in die Software verlagert sind. Prinzipiell kann man auch solche Anlagen (Gemeinschaft, Mehrdafon, Starface u. dergl. - aber auch Modelle aus der Produktion „klassischer“ TK-Hersteller) bei sich im Gebäude aufstellen. Es gibt jedoch auch Anbieter (wie nfon, Placetel u.a.), die solche Anlagen in ihre Rechenzentren stellen („hosted PBX“) und nur die Endgeräte zu den Kunden (dieser Dienst nennt sich „Centrex“). Hier befindet sich dann praktisch immer das Internet zwischen dem Apparat und der Anlage. Und genau deswegen sind solche Lösungen m.E. einerseits je mehr Kollegen am selben Standort zusammenhocken um so quätscherer Quatsch, andererseits für „fraktale“ Unternehmen mit -zig HomeOffice-Einzelkämpfern und Zweimann-Kleinstniederlassungen genau das, worauf sie schon immer gewartet haben.
Im übrigen ist das Problem, nachdem man von drei Vertrieblern besoffen geschwätzt wurde nicht mehr ein noch aus zu wissen, ein sehr weit verbreitetes. Es betrifft so viele Unternehmen, daß ich inzwischen seit zwanzig Jahren davon leben kann, ihnen als unabhängiger Berater zu helfen. Übrigens „schlüsselfertig“ (ich beschreibe mich in kurzen Worten gern als „Architekten für das Bauvorhaben Telefonanlage“) und ganz ohne Hexerei nicht teurer als wenn man sich selbst den Kopf darüber zerbricht. Gerne helfe ich auch bei der Suche nach Kollegen in Eurer Nähe.
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Letzte Änderung: 09. Januar 2012, 17:57:16 von telthies
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Re: Kaufberatung für Telefonanlage. Ersatz für Avaya
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Antworten #5 am:
12. Januar 2012, 11:44:53 »
Vielen, vielen Dank für diese ausführlichen Antworten. Ich merke schon, das ist der richtige Weg sich hier anzumelden.
Wir sind im Bereich der Werbefotografie und veranstalten große Events.
Mir geht es eigentlich nur darum ob man nun VOIP nutzen sollte wenn es einem angeboten wird, oder weiter so telefonieren wie bisher,
nämlich über das LAN Netz. Die Telefone sind ja über die LAN Dosen angeschlossen und zur T-Anlage gepached.
Im Prinzip reicht uns das ja. Mehr brauchen wir nicht. Wenn ein paar neue Features mit den neuen Telefonen hinzu kommen dann wäre das toll
aber im groben wollen wir wirklich nur telefonieren.
An unserem Standort müssen Zur Zeit ca. 90 Personen telefonieren können. Das heisst manche haben nur ein Schnurloses Telefon, manche haben
aber auch ein Festes + ein Schnurloses. Uns wurde geraten die HiPath 3000 oder 5000 von Siemens mit den dazugehörigen Telefonen zu nehmen.
Die anderen Standorte die zu späterer zeit auch mal erneuert werden würden sind nicht so groß. Das bedeutet 2 Standorte à ca. 20 Mitarbeiter.
Eine Avaya Anlage von einem unserer anderen Standorte zu nehmen (teilweise haben wir noch welche über...) würde nicht gehen da man diese
nicht an unsere jetzige koppeln und zusammen nutzen kann. Man müsste sie als 2. Anlage nebenher laufen lassen mit neuen Verkabelungen und
neuen Sendern, und das würde alle Kosten sprengen. Ds glaube ich aber auch. Also eine Neue muss her!
Angebote habe ich alle schon. Frage ist nur, VOIP (und wenn ja warum?!) oder ganz normal wie jetzt im DECT Bereich (LAN Netzwerk etc.).
Ist die Vernetzbarkeit zwischen unterschiedlichen Standorten genauso gut gewährleistet wenn man kein VOIP nimmt?
Wir legen auch etwas Wert auf gutes Design. Die Telefone von Avaya gefallen uns nur mäßig. Am schönsten sind die Siemens Geräte.
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telthies
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Re: Kaufberatung für Telefonanlage. Ersatz für Avaya
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Antworten #6 am:
12. Januar 2012, 13:05:10 »
Also bei einmal 90 und später weiteren 2 x 20 Mitarbeitern im Gesamtsystem sollte man auf jeden Fall einen unabhängigen Berater das ganze projektieren lassen, das sage ich nicht als ABM für meine Zunft.
VoIP in Form von gelegentlich einen Teil des Amtsverkehrs auch mal über SIP-Accounts abwickeln kann zum Erfahrungen sammeln und eigene Meinungen bilden ganz nett sein, aber auch dann hat es nur Aussagekraft wenn es ordentlich geplant ist. Das irgendwie zu frickeln um dann hinterher auf das doofe VoIP schimpfen zu können, taugt nichts - und wenn man es ordentlich macht, dann kann es gleich auch ernsthaft eingesetzt werden. Für den Amtsverkehr empfehlen aber auch Avantgardisten gerne good old handmade ISDN.
Eine "strukturierte Verkabelung" (alles über "RJ45"-Dosen und Kabel der Cat.5 und höher) hat noch nichts mit LAN-Telefonie zu tun, so wenig wie eine einzelne Schwalbe einen Sommer macht oder ein eckiger Stecker etwas digital.
Standortvernetzung funktioniert am besten mit aufeinander abgestimmten Anlagen und vor allem gesichert kompatiblen Übertragungsprotokollen auf den Querverbindungen. Auch hier hat wieder keine Technologie einen absoluten Systemvorteil, man kann alles ordentlich oder vermurkst machen. Deshalb ist bei der Planung das Ganze zu betrachten auch wenn man es nicht auf einen Schlag durchgängig umsetzt sondern Substandorte nachzieht, immer ratsam. Nichts ist teurer als nach zwei Jahren das System am Hauptstandort wieder rausschmeißen zu müssen, weil es partout nicht die Bedürfnisse des Gesamtsystems aus allen Standorten befriedigen kann.
Was die Gestaltung der Apparate anbelangt, sollte man Ergonomiegesichtspunkte berücksichtigen, weniger das Design. Manche Belegschaften kommen besser mit LED-Zustandsanzeigen klar, andere mit LCD; der eine empfindet Softkeys als Segen, der andere als Fluch; die "Angst", daß blinkende Message-Waiting-Lämpchen Explosionen des Universums ankündigen (*schmunzel*), kann massiv das Betriebsklima stören und so manches mehr. Aber beim Hausbau mit der Farbe der Sofakissen zu beginnen, ist wirklich das Pferd von hinten aufgezäumt. Wer Peanuts zu Knock-out-Kriterien macht, verfährt möglicherweise auch umgekehrt ?
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Re: Kaufberatung für Telefonanlage. Ersatz für Avaya
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Antworten #7 am:
22. Januar 2012, 09:15:28 »
Hi,
Zitat von: Dennz2010 am 09. Januar 2012, 10:33:13
Meine Frage wäre nur, warum sollte ich eine IP Anlage nehmen? Denn ausser Avaya wollen uns alle nur das herkömmliche System anbieten,
Avaya möchte aber eigentlich unbedingt IP Telefonie einsetzen und eine VOIP Anlage. Was ist das jetzt genau der Vorteil? Ist das schon sinnvoll oder nicht?!
Avaya bietet VoIP an, weil es eine US-Firma ist und im Amiland kennen die nix mehr Anderes und halten VoIP für das Beste, was es gibt ;-)
VoIP ist schon ganz nett, muss aber nicht sein - jedenfalls nicht auf Biegen&Brechen. Sinnvoll ist eine "Hybridanlage" wie z.B. die HiPath 3000. Sie kann VoIP wo man es braucht (z.B. Standortvernetzung, Neubau mit nur Glasfaseranbindung zur Hauptanlage), sie kann "normal", wo VoIP keinen Sinn macht (z.B. für Faxgeräte, DECT).
Wird VoIP eingesetzt, muss man sich auch Gedanken über das LAN machen. Evtl. werden da eine ganze Menge neuer Kompenenten (Switche, Router) nötig, denn das, was für normale PC ganz gut funktioniert, muss nicht gleichzeitig auch tauglich für VoIP sein.
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Re: Kaufberatung für Telefonanlage. Ersatz für Avaya
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Antworten #8 am:
22. Januar 2012, 16:42:51 »
Zitat von: Schlaubi01 am 22. Januar 2012, 09:15:28
Avaya bietet VoIP an, weil es eine US-Firma ist und im Amiland kennen die nix mehr Anderes und halten VoIP für das Beste, was es gibt ;-)
Ärgerlich für ISDN-Endgeräte ist leider oft auch, daß die Amis sich nicht mit S0 beschäftigen mögen. S0 an amerikanischen Anlagen müßte man oftmals eigentlich als "S0-GAP" bezeichnen :-)
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Re: Kaufberatung für Telefonanlage. Ersatz für Avaya
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Antworten #9 am:
22. Januar 2012, 18:29:04 »
Hi,
Zitat von: telthies am 22. Januar 2012, 16:42:51
Ärgerlich für ISDN-Endgeräte ist leider oft auch, daß die Amis sich nicht mit S0 beschäftigen mögen.
Ist ja auch logisch, denn die Amis haben ISDN im Prinzip komplett übersprungen und sind von der Analogtechnik direkt ins VoIP-Zeitalter gewechselt. Während sie uns in der Analogtechnik damals voraus waren ("digitale" Vermittlungsstellen mit MFV, Funktelefone usw.) kam bei uns dann ISDN udn DECT, über´m Teich blieb es bei analog. Kein Wunder, dass dort nun VoIP und WLAN der absolute Hype sind, das ist genauso ein Sprung nach vorne wie es damals bei uns von analogen Wählscheibentelefonen zu ISDN und DECT war. Für uns ist der Sprung von ISDN/DECT zu VoIP/WLAN allerdings kleiner und auch sehr oft weniger sinnvoll oder nützlich.
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Re: Kaufberatung für Telefonanlage. Ersatz für Avaya
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Antworten #10 am:
22. Januar 2012, 19:27:33 »
Der größte Sprung von ISDN zu VoIP scheint mir derjenige über den Vorstellungshorizont der reinen Anwender zu sein: bis "digital" gehen die meisten inzwischen so lala noch mit, aber beim Sprung von leitungs- nach paketvermittelt wird dann doch meist die Latte gerissen. Obwohl einem wenn man das verstünde das Anschwellen des Protokoll-Overheads schon quasi bildlich klarwerden müßte. Aber mit "tnis" allein ist ohne "Erkenn" davor eben nichts anzufangen, dann bleibt´s ein böhmisches Dorf.
Und da - also beim "der Kunde versteht´s nicht" - setzen dann die Vertriebsfuzzis an und machen sich des Kunden Angst vor dem Verpassen des Fortschrittszuges zunutze. Mit dem derart zum "Zauberwort" mutierten "VoIP" läßt sich dann alles verkaufen, was außer dieses Protokoll zu verwenden gegenüber Konkurrenzprodukten nichts zu bieten hat.
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Re: Kaufberatung für Telefonanlage. Ersatz für Avaya
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Antworten #11 am:
22. Januar 2012, 20:40:41 »
Hi,
Zitat von: telthies am 22. Januar 2012, 19:27:33
Und da - also beim "der Kunde versteht´s nicht" - setzen dann die Vertriebsfuzzis an und machen sich des Kunden Angst vor dem Verpassen des Fortschrittszuges zunutze. Mit dem derart zum "Zauberwort" mutierten "VoIP" läßt sich dann alles verkaufen, was außer dieses Protokoll zu verwenden gegenüber Konkurrenzprodukten nichts zu bieten hat.
Als Elektronik die Relais ablösten war das genauso. Bei Einführung der 2-adrigen U-Schnittsstelle dito. Es muss immer das Neueste verkauft werden, sonst verkauft man nix.
VoIP ist die "neue" Technik (obwohl sie in Wahrheit auch schon viele Jahre auf dem Buckel hat). Richtig eingesetzt, hat VoIP durchaus Vorteile, die man mit bisheriger Technik nicht erreichen konnte. Leider wird gerne mit "das ist modern, das braucht man" verkauft, ohne die wirklichen Vorteile (und auch Nachteile) zu nennen.
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telthies
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Re: Kaufberatung für Telefonanlage. Ersatz für Avaya
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Antworten #12 am:
23. Januar 2012, 02:12:57 »
Ich formuliere als Berater meine Anfragen immer mit neutralen Anforderungsprofilen, die den Anbietern die Wahl der Ausführungswege überall offen lassen, wo mir nicht begründet eine Einschränkung in Form bestimmter Vorgaben geboten scheint. Wenn in Vorgesprächen einer der Anbieter fragt oder mir von sich aus eine bestimmte Technik aufschwatzen will, erkläre ich ihm immer, daß mein Kunde von dem Protokollquatsch verschont werden will. Aus Anwendersicht zählt in der Praxis die Quality of Service. Natürlich gibt es dabei für die Vertragsjuristen immer auch harte Parameter, aber der Benutzer will ganz untechnisch formuliert einfach, daß es "tuut" macht, wenn er den Hörer abhebt; daß die Verbindung schnell steht und eine gute Verständlichkeit bietet und daß er nicht nach seinen Herztropfen greifen muß wenn die Rechnung kommt. Ob für die technische Umsetzung dieses banalen Wunschzettels - aus Anwendersicht "hinter den Kulissen" - Himbeersaft mit linksdrehenden Aromen im Zickzack durch lila gepunktete gelbe Schläuche fünfeckigen Querschnitts gepumpt wird, interessiert den Benutzer eines Telefonapparates weder religiös noch sozialphilosophisch. Oder um es kurz zu sagen: "der Schicht Acht sind die anderen Sieben (mitsamt der Horden von Ingenieuren, die an ihnen tüfteln) egal". So lange ihn niemand mit Fachbegriffen "heiß macht", will der Kunde das meist garnicht wissen.
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Letzte Änderung: 23. Januar 2012, 02:15:52 von telthies
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Re: Kaufberatung für Telefonanlage. Ersatz für Avaya
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Antworten #13 am:
10. Februar 2012, 11:38:12 »
Ich habe den Thread gerade gesehen.
Kurz zu mir. Ich bin ausgebildeter Kommunikationselektroniker, allerdings nicht mehr als solcher tätig, aber immer noch daran interessiert.
Falls die Entscheidung noch nicht gefallen ist, würde ich zur Siemens-Anlage tendieren, entweder von Siemens direkt oder von einem Partner, das dürfte egal sein. Wenn Sie allerdings außerhalb der üblichen Bürozeiten arbeiten, sollten Sie an einen guten Servicevertrag denken.
VoIP würde ich in Ihrem Fall gänzlich verneinen.
Gründe:
a) VoIP ist nur interessant, wenn Sie sich dadurch wirklich etwas sparen. Was wäre das in Ihrem Fall? Die Leitungen (Kabel) liegen doch sowieso alle schon. Ist Ihr Netzwerk so gut ausgestattet, dass es die zusätzliche Last verkraftet? Bitte dran denken, dass Telefonie immer erstrangig im Netz behandelt werden MUSS!
b) Können Sie es sich leisten im Fall eines Ausfalles des Netzwerkes auch noch die Telefonie zu verlieren. Wohl eher nicht. Daher getrennte Systeme!
c) Einer der Moderatoren hat ja schon die Systemtelefone angesprochen. Sie sind in der Werbefotografie, also direkt in der Werbebranche. Die Branche gilt als sehr modern und fortschrittlich. Das zeigen die meisten (erfolgreichen) auch nach aussen. In diesem Fall sollten Sie sich wirklich modern aussehende Geräte auf den Tisch stellen (egal ob die mehr können / können müssen). Hier sind (meiner Meinung) die Siemens OpenStage aktuell das absolute Non-Plus-Ultra.
Und ob Sie ein VoIP-System oder ein herkömmliches TDM-System benutzen, sieht eh keiner.
Also: cool aussehen ist in Ihrem Fall wohl das wichtigste.
Die Anforderungen sollten schließlich alle Anbieter beherrschen.
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Re: Kaufberatung für Telefonanlage. Ersatz für Avaya
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Antworten #14 am:
10. Februar 2012, 12:06:27 »
Also ich würde ohne wenn und aber auf den voip Zug aufspringen
Eine vernünftige Lösung könnte ich jederzeit anbieten .
Natürlich ist da Freeswitch
http://www.freeswitch.org/
und Kamaillio das Maß aller Dinge
http://www.kamailio.org/w/features/
dazu ein paar gateways wie diese
http://www.pc-planet.de/product_info.php/products_id/57240/refID/preisvergleich/idealo/XTCsid/sktbed60v629nt60apf72qv1v5
oder die von Patton als ISDN Gateway
http://www.patton.com/company/newsrelease.asp?id=1938
Und ein paar siemens Dect
http://www.voelkner.de/products/217350/Voip-Telefon-Gigaset-C610-A-Ip.html?WT.mc_id=idealo&ref=19&products_model=R52343&utm_source=Idealo&utm_medium=CPC&utm_campaign=R52343&WT.mc_id=idealo
und einige snom
http://www.snom.com/de/produkte/ip-telefone/snom-370/
und alles wird gut
mit voicemail,zigtausend Konferenzen, fax to mail, mail to fax ....................
beste Grüße telco
[edit telthies: der Beitrag wirkt schon eher wie eine Linkliste - ich persönlich sehe "Textantworten" ja eigentlich lieber]
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Letzte Änderung: 11. Februar 2012, 00:41:13 von telthies
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