ALL-IP – Beratung Tarif, Router, TK-Anlage, Telefone etc.

Dieses Thema im Forum "Kaufberatung" wurde erstellt von doc.brown, 9. Juni 2017.

  1. doc.brown

    doc.brown Beginner

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    Hallo ans Telefonanlagenforum, :)

    hab mich jetzt auch angemeldet, weil ich hier gerade von den Usern @Koppelfeld und @telthies immer sehr kompetente Antworten gelesen habe und hoffe, dass mir auf diesen Wege auch weitergeholfen werden kann.

    Ich bin im Glasfaser-Ausbaugebiet und habe jetzt von der Telekom einen Brief bekommen, dass ich mich in den nächsten 4 Wochen für einen neuen Tarif entscheiden muss. In diesem Zuge möchte ich meine gesamte Hardware auf neusten Stand (ALL-IP) bringen und dabei nicht mehr Telekom-Hardware verwenden.

    Aktuell:
    • 2x ISDN Mehrgeräte-Anschluss

    Voraussetzungen:
    • Privat-Haushalt inkl. kleiner Firma
    • 3 Arbeitsplätze inkl. Tischtelefon
    • 3 Mobiltelefon
    • 1 Fax

    Fragen:

    1. Welcher Tarif?
    • Bei Telekom wäre es DeuschlandLAN IP Voice/Data S. Habe aber hier im Forum gelesen, dass es da anscheinend bei der Telefonie (VoIP, SIP) zu Problemen kommen kann?!?
    • Habe hier gelesen, dass es empfehlenswert ist Telefonie und Internet zu trennen. Wie würde das mit den Rufnummern (MSN) ablaufen, die ich behalten möchte?

    2. Welcher Router?

    • Möchte eig. eine Fritzbox. Wenn ihr sagt auf keinen Fall eine Fritzbox, weil … dann nehme ich LANCOM.
    • Wenn man eine IP-TK-Anlage verwendet, werden doch eig. keine Konfigurationen für VoIP im Router vorgenommen, oder? Habe jetzt aber vom Router als "man in the middle" zur Registrierung gelesen. Ist das nur eine Eigenheit bei den Telekom-Tarifen?

    3. Welche TK-Anlage?

    • Auerswald habe ich mir schon genauer angeschaut, bin jetzt aber auch noch auf z.B. Ansitel gestoßen.
    • Möchte auf jeden Fall eine übersichtliche nicht hochkomplex zu bedienende Weboberfläche.
    • Möglichst viele Features, z.B.: 4 Gespräche gleichzeitig, Klingelton signalisiert ob privat oder geschäftlich, Gespräche zu anderem Arbeitsplatz weiterleiten, zentrales Adressbuch, einzelne MSNs einzelnen Telefonen zuweisen, evtl. LAN-TAPI, evtl. Wartemusik

    4. Welche Telefone?

    • Bei Auerswald ist man ja anscheinend (solange man keine Gebühr zahlt) auf ihre eigenen Telefone beschränkt. Wobei dann evtl. alles perfekt aufeinander abgestimmt ist? Ansitel unterstützt dagegen verschiedene Hersteller.

    Ich erwarte jetzt keine perfekt umgesetzte Planung oder Lösung, aber etwas praxisnahe Erfahrungen.
    Danke schon mal für eure Hilfe!

    UPDATE:
    "Zusammenfassende Lösung" in Post #66
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. Juni 2017
  2.  
  3. telthies

    telthies Urgestein

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    genauer: das Hosten der SIP-Accounts vom Bereithalten der Zubringerleitung zu trennen

    Schwierig. Wenn ein gebündelter ISDN-und-DSL-Anschluß nur "teilweise" gekündigt werden soll, erwarte ich Portierungsprobleme. Wie verhält es sich denn vor Ort mit Kabelfernsehen oder eben den Glasfaser-Anbietern ?

    Das ist bei SIP eher eine Apparate- als Anlagenfunktion: Klingeltöne unterschiedlich für bestimmte eigene Rufnummern bzw. Anrufer.

    Auersbach hat ein TDM-Herz und ist daher nicht meine große Liebe für All-IP. Schau´ doch ´mal Yeastar an.
     
  4. doc.brown

    doc.brown Beginner

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    Sehr schwierig es gibt nur Telekom, die eben demnächst auf Glasfaser ausbauen. Kein Kabel, keine anderen Anbieter. Bin froh überhaupt Glasfaser zu bekommen ...



    Ok, weil das wäre mir sehr wichtig. Mit meiner aktuellen Telekom Octupus TK-Anlage funktioniert das nämlich nicht.


    danke werde ich mir anschauen. Auf den ersten Blick ist der Support aber bei weitem nicht so groß wie bei Auerswald, was mir auch wichtig wäre, da ich die TK-Anlage möglichst selbst einrichten möchte
     
  5. telthies

    telthies Urgestein

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    das stimmt so nicht. Bei a/b-Teilnehmern geht es nicht, aber da liegt es nicht an der Anlage. Bei Systemtelefonen kann sie es, und bezüglich gerufenen MSN auch. Viele Anlagen sind nur lieblos eingerichtet und/oder schon bei der Endgeräteauswahl falsch konfiguriert.

    dann schau´ Dir auch die bintec be.IP (plus) an, aus diesem Hause kommen auch gut anwendereinrichtbare Produkte.
     
  6. doc.brown

    doc.brown Beginner

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    Die bintec be.IP (plus) kenne ich, habe aber nicht immer positives gelesen. Außerdem wäre das ja eine All-In-One Lösung. Mir wären einzelne (spezialisierte) Geräte lieber. Was spricht denn eig gegen Auerswald als TK-Anlage?

    Wichtiger wäre mir jetzt zuerst einmal der Tarif (ausgehend davon kann man evtl auch die Hardware besser auswählen), also meine 1. Frage in #1.
    Kann ich DeuschlandLAN IP Voice/Data S (+ zusätz. 2 Sprachkanäle) bedenkenlos bei der Telekom buchen?
     
  7. telthies

    telthies Urgestein

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    das wird @Koppelfeld freuen.

    wie gesagt, das TDM-Herz. Zwischen Teilnehmerseite und Amtsseite schaltet - auch wenn diese beiden IP sprechen - bei den Auersbachs immer noch eine Komponente aus der ISDN-Welt. Das ist quasi "ein anderes Digital" - mit der Konsequenz der unnötigen Hin-und-her-Protokollwandlung, die der Schönheit des Signals abträglich ist.

    ein M.e.g.a.-B.r.ü.l.l.e.r *LOL*

    das glauben wir eher nicht.

    bei der Telekom Sprachkanäle zu buchen, macht nur mit Telefoniedienst via Telekom Sinn, zu dem wir ja gerade nicht raten.
    Die Telekom ist ein bockiges Kind und will unbedingt an ihrer ISDN-Denkweise festhalten, d.h. partout in virtualisierten B-Kanälen denken. Das ist wie Heu für das Auto, weil das beim Pferd ja auch dazugehörte.
     
  8. Koppelfeld

    Koppelfeld Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar.

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    Ja, es kann zu Problemen kommen. Ich räume ja ein: Die negativen Erfahrungen merkt man sich intensiver als die positiven. Ich habe auch schon Migrationen mit Telekom-Anschlüssen erlebt, die einwandfrei funktioniert haben. Aber: Es ist auch noch keine zwei Monate her, da hat die Telekom eine mittelgroße Hausverwaltungsgesellschaft für zwei Wochen außerbetriebgesetzt. Eine Firma also, die letzendlich etwa 4.500 "Endkunden" betreut. Das war existenzgefährdend.

    Wenn wir einmal zu Recht davon ausgehen, daß der Telekom-Internetzugang ausgezeichnet ist (die Technik mit den glasfaserangebundenen Outdoor-DSLAMS haben sie im Griff) und weiterhin hoffen, daß die logistischen Prozesse noch verbessert werden, dann bleiben dennoch gravierende Nachteile:
    • "Hausgemachtes" SIP (z.B. "1TR114") schränkt die Auswahl von Routern und TK-Anlagen massivst ein. Ganz übel dran sind die Besitzer einer "Starface"-Anlage, denn die dürfen nach der Umstellung einen aktuellen Release komplett neu bezahlen - oder das Telephon bleibt stumm. "Viel Spaß" haben aber auch Panasonic - Kunden.
    • "CLIP/no screening" funktioniert nicht. Aus gutem Grund: Viele Kunden wissen um die Probleme mit der Telekom und wollten deren VoIP-Plattform daher nur nutzen, um "Überläufe" ausgehend abzufangen, sprich: Fünf eingehende und zwei ausgehende Kanäle bei einem seriösen SIP-Provider buchen und wenn diese besetzt sind, die beiden Telekom-Kanäle benutzen, jedoch unter der den Kunden bekannten Nummer. Das ist Standard bei SIP, die Telekom unterstützt das nicht.
    Ich habe den ganzen Thread durchgelesen. Nicht alles, was der Moderator schreibt, entspricht meiner Einschätzung, ABER: Auch wenn es sich unglaublich bizarr anhört, was die Telekom betrifft, hat er recht.

    Ganz allgemein kommt hinzu: Es ist immer blöd, wenn Dinge, die absolut nichts miteinander zu tun haben, zwangsgebündelt werden. Bei der Telekom gibt es noch ein paar ärgerliche Extras: Ein Mobilfunk-Backup, bei vielen Kunden Standard, funktioniert nicht. Denn die Telekom betreibt keine Internet-Telephonie, sondern schränkt Dich auf einen kleinen Teil des eigenen Netzes ein.

    Es ist alles noch viel schlimmer und komplizierter.
    Was die älteren "Fritzboxen" anbetrifft, die sind definitiv untauglich. Die neuen sind besser geworden, auch thermisch, indem die Platine hochkant gestellt ist. Sie sehen auch nicht mehr ganz so scheußlich aus. Vielleicht funktionieren sie ja auch. Aber nehmen wir Deinen zweiten Punkt, "man-in-the-middle":

    Das ist sinnvoll bei ALLEN SIP-Accounts und aufgrund einer speziellen Neigung der Telekom (minimales Reregistrierungsintervall 120s) NOTWENDIG bei den hausgebrauten "Deutschland LAN" - Produkten. Um eine komplizierte Sache ganz kurz zu machen: Es war seinerzeit ein ziemlicher Pfusch, an einem einzigen Internetanschluß zwei oder mehrere Computer zu betreiben. Denn das Internet-Protokoll sieht vor, daß jeder Endpunkt eine eigene, eindeutige Adresse hat.
    Das, was Router typischerweise betreiben, ist "NAPT", d.h., hinter einer einzigen IP-Adresse "verstecken" sich viele "private" (RFC191:cool: Adresen. Der Router merkt sich die Anfragen der angeschlossenen Computer nach extern und kann die Antworten anhand dieser "Merktabelle" wieder zuordnen.
    Das klappt mit einer einzelnen TCP-Verbindung prima. Und die Vollprofis wissen aus der "PC Welt" oder aus "Chip": Da macht man einfach ein Portforwarding auf dem Router, indem man alles, was 5060/UDP ist, an die TK-Anlage weiterleitet. Das KANN klappen, muß aber nicht. Denn innerhalb einer SIP-Verbindung handeln Dein Telephon und Dein Provider zunächst einmal aus, auf welchen Ports die eigentliche Konfiguration stattfinden soll. Diesen Dialog muß die im Router integrierte Firewall mitlesen, "verstehen" und die Ports entsprechend setzen und zuordnen. Wenn der Provider jetzt von "gängigen Standards" abweicht, dann gute Nacht.
    Tja, und dann kommt etwas anderes hinzu: Wegen des "minimalen Registrierungsintervalls" der Telekom muß man die sog. UDP-NAT-Haltezeit halt auf 130 Sekunden stellen - typisch sind 20 Sekunden. Wenn jetzt, beispielsweise der Nachwuchs, intensiv Bit-Torrent - Seiten benutzt, läuft aufgrund dieser Änderung schwupps die NAT-Tabelle über und der Router stürzt ab oder friert ein.
    Gut, Du sagst, mit Leuten, die "Chip" und "PC-Welt" lesen, spricht man nicht. Korrekt. Jetzt kommt der Informatiker und "c't" - Leser Sven Schlaufuchs und erzählt uns etwas von "STUN" und ähnlichem Schwachsinn. Das allerdings bekämpft Komplexität mit Komplexität. Und folgerichtig funktioniert es nicht, eröffnet aber wieder völlig neue Problemhorizonte.

    Wie kommt man aus dieser Scheiße heraus ?

    • Entweder man nimmt gleich IPv6. Der Nachfolger des IPv4 - Protokolls wurde genau dazu entworfen, um "NAT" resp "NAPT" abzuschaffen. Das allerdings wirft wiederum andere Probleme auf, denn Du müßtest Dein Computernetz umstellen.
    • ODER man besorgt sich einen "richtigen" Internetzugang, das heißt einen Zugang mit mindestens fünf nutzbaren öffentlichen und festen IPs. Das kostet bei einem seriösen Provider einmalig etwa 30,-- Euro.
    In beiden Fällen kann dann einer TK-Anlage eine eigene öffentliche IP zugewiesen werden. Aus Erfahrung (wir sind TK-Anlagenhersteller) kann ich Dir sagen:
    SO, und nur so, hast Du eine solide, einfache und verläßliche Telephonieplattform.

    Und dazu kannst Du gern einen Router von LANCOM nehmen, siehe dazu auch weiter unten.


    Wenn Du es hinbekommst, das "Deutschland IP-Wunder Voice/Data S" - Paket der Telekom so aufzubohren, daß Du ein echtes IPv4 - Netz oder einen sauberen v4/v6 Dual Stack bekommst (und AUF KEINEN FALL "DS-Lite" oder ähnliche Verbrechen), dann bist Du vollflexibel.

    WENN NICHT, dann bleibt Dir nur der clevere Trick mit dem "man-in-the-middle": Der Router terminiert die SIP-Accounts der Telekom und "spielt" gegenüber einer TK-Anlage SIP-Provider. Die Konfiguration ist nicht ganz einfach. Als Router käme dann auch wieder LANCOM in Betracht oder aber die "Kalle-Box", das von Dir bereits angesprochene "all-in-one" - Gerät von Bintec Elmeg. Die "Kalle-Box" kann man getrost als TK-Anlage bezeichnen, allerdings sind die dazu angebotenen Telephone gruselig.
    Unsere eigenen Telephonanlagen "lohnen" sich erst ab 10-15 Anschlüssen, (auch) daher lasse ich Eigenwerbung einmal weg. Der Tip von Thies mit der "Yeastar" ist sicherlich nicht schlecht.


    Wir haben hier immer noch zwei voll ausgestattete Auerswald - TK-Anlagen herumliegen, mit hochwertigen Apparaten und jeder Menge Zubehör. Die könnrten schon alles, was Du möchtest. Aber es sind, wie Thies schon schrieb, "im Grunde ihres Herzens" reine ISDN - Anlagen. Dennoch: Aus dem Anforderungsprofil meine ich erkennen zu können, daß Ihr keine "Intensivstnutzer" seid, die täglich mehrere Stunden telephonieren. Dann "paßt" eine Auerwald 5000R.
    Nachteil: Durch die "Hin- und Hertransformiererei" zwischen unterschiedlichen Technologieen gibt es in bestimmten Konstellationen Echos und Artefakte.
    Vorteil: Die seriöse Update-Politik von Auerswald stellt sicher, daß der "Deutschland Super-Mario S" oder wie auch immer die verquasten Angebote lauten, unterstützt wird.
    Die angesprochenen Geräte sind nicht unser Eigentum, ich kann aber gern einen Kontakt herstellen.

    Die "Ansitel"-Lösungen gehen mehr in das Segment, in dem wir tätig sind - und daher rate ich aus dem gleichen Grunde ab wie von unseren eigenen Produkten (in diesem konkreten Falle wohlgemerkt).
     
  9. Koppelfeld

    Koppelfeld Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar.

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    Ich würde auf die Telekom-Telephonie komplett verzichten und den VoIP-Teil brachliegenlassen.
    Stattdessen Portierung Deiner Rufnummern zu Sipgate, QSC, Deutsche Telefon Standard, Easybell oder einem anderen seriösen SIP-Anbieter.
    Das würde ich von einem Profi machen lassen. Wir geben solche Anfragen auch heraus. Gerne qualifizierte Adressen per P.N..

    Unter Umständen findet ein Profi auch eine bessere Lösung eines Resellers, zum Beispiel "1&1". auf Telekom-Basis !
    D.h., Du nutzt die ausgezeichnete Internetanbindung der Telekom und gleichzeitig eine brauchbare, ausgereifte SIP-Plattform von 1&1.

    Als Router ist ein LANCOM eine gute Idee.

    Eine "Yeastar" - Telephonanlage mit Yealink-Telephonen tut den Job.

    Auerswald, mit hochwertigen Telephonen, allerdings auch.

    Wenn Du gern selbst Veränderungen an der Anlage vornimmst, bist Du bei Auerswald mit einem gepflegten Webinterface in guten Händen.
     
  10. telthies

    telthies Urgestein

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    T-Online-Telefonie gewissermaßen ;-)
     
  11. doc.brown

    doc.brown Beginner

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    Das heißt die Telekom bietet das nicht an ...
    Der Glasfaserausbau bei uns wird von Telekom gemacht, das heißt ich bin an Telekom gebunden und kann mich nicht für einen anderen DSL-Provider entscheiden oder?

    und wie bzw. mit was bohrt man das auf? :)
    Auch bei den neueren Modellen, wie Compact 4000 oder 5200? Weil die werden ja ganz groß mit All-IP angepriesen ...

    Ja genau. Es ist im Prinzip ein normaler Privat-Haushalt, nur eben noch zusätzlich 3 Arbeitsplätze, an denen zwar täglich schon einige Telefonate geführt werden, aber nicht ununterbrochen.

    Wenn Echos und Artefakte eher die Ausnahme als die Regel sind, wäre das verkraftbar. Eine zukunftssichere Update-Politik und eine"problemlose" Unterstützung für Telekom wäre mir dagegen sehr wichtig, weil ich ja wahrscheinlich auf Telekom angewiesen bin.

    Wer genau ist ein "Profi"? Sind das unabhängig Firmen für genau solche Problematiken?

    Angst habe ich nur bei so einer großen Umstellung, dass an Tag X von heute auf morgen alles umgestellt werden muss und dann auch funktionstüchtig sein muss.

    Ja das wäre mir auch wichtig.
     
  12. Koppelfeld

    Koppelfeld Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar.

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    Weiß man's ? Wie gesagt, es gibt Reseller. Ein Kunde, welcher ein paar Außenstellen betreibt, hat in "1&1" einen idealen Anbieter gefunden.
    Man fragt Corinna. Siehe unten.

    In Bezug auf "Auerswald baut reinrassige ISDN-Anlagen":
    1972 bekam mein alter Herr seine erste Telephonanlage, eine Siemens NeHa 1/5. Die mache ich Dir in zehn Minuten "All-IP-fähig", indem ich einen ATA-FXS - Adapter dranhänge.
    Wohlgemerkt: Auerswald ist eine seriöse Firma. Dazu gehört m.E. auch eine gewisse Fertigungstiefe. Auerswald konstruiert selbst und stellt seine Komponenten selbst her. Das ist gut. Das "Outsourcing" in Richtung Fernost ist m.E. ein ganz gefährlicher Irrweg. Auerswald ist im übrigen auch sehr sozial und leistet sich exzellente Mitarbeiter. Man hat Auerswald, auch hier im Forum, jahrelang zu Unrecht mit "Amateurherstellern" wie Agfeo verglichen.
    Dummerweise gerät die Fertigungstiefe und die exzellente Fachkenntnis in Sachen ISDN der Firma Auerswald jetzt zum Verhängnis: Welcher Platzhirsch möchte sich von einer im Saft stehenden Wiese wegbewegen ? Kommt hinzu: Die Auerswald-Stammkunden sind die kleineren TK-Errichter. Ich kenne viele davon, aus diversen "Events" in Cremlingen. Ein gutes Drittel davon weiß nicht, was ein BUS oder ISDN ist. Die sind mit der Analogtechnik, nein, eben nicht großgeworden, sondern alt und fett geworden und waren mit ISDN hoffnungslos überfordert. Und ISDN ist zugegebenermaßen ein Teufelzeug. Nun sollen diese Leute an IP-Systeme ? BITTEBITTE NICHT !!!
    Sieh' Dir einmal an, was Heizungsinstallateure und "PC-Profis" tagtäglich für einen Scheiß bauen, indem sie unfreiwillig Hausautomatisierungssysteme unfreiwillig öffentlich zugänglich machen. Und die wirklichen Profis sind nicht besser. Und ja, auch uns sind schon ganz peinliche Dinge passiert. Allerdings merken wir das und wissen vor allen Dingen in der Regel, wo wir besonders aufpassen müssen. Der typische TK / PC - Krauter kennt die Fallen aber gar nicht, in die er laufen kann.

    Also: Von der Stabilität der Geräte geignet.

    Das kommt jetzt darauf an: Wenn die Gegenstelle über ein altes Analogtelephon oder eines dieser scheußlichen analogen "Gigaset"s verfügt, dann ist es die GEGENSTELLE, die Dir ein Echo zurückschickt. Oder Du sprichst mit einem Headset-Junkie, da gibt es ähnliche Probleme. Unter ISDN, wegen dessen Fast-Synchronizität ("PDH"), fiel das bislang nicht auf. Bei VoIP unterliegen die Gesprächsdaten typischerweise einer Verzögerung von 60-400 ms - und plötzlich hört man das Echo.
    Auerswald mit "normalen" Systemtelephonen: Völlig o.K., es befindet sich in jede Richtung nur ein "echo canceller" im Signalweg. Auerswald mit IP-Telephonen: Zielmlich doof, weil erst vin IP nach ISDN und dann von ISDN wieder nach IP gewandelt wird. Denn man kaskadiert ungestraft keine Echokompensatoren, das ist so, als würdest Du in einem Raum zwei Heizungsregler einbauen. Da kommt Freude auf.

    Man muß allerdings klar sagen: Wer immer behauptet, bei einer kleinen TK-Anlage seien IP-Telephone 'state of the art', dem gehören die Eier abgeschnitten - sowas muß aus dem Genpool.

    Davon darf man bei Auerswald ausgehen.

    Zum Beispiel die MaKoTec GmbH, nach Corinna Wisniewski fragen. 0541 - 40656 - 0.

    Naja, soooo groß ist die Umstellung auch nicht. Beim ersten Mal sollte aber schon jemand dabeisein, der sich mit Router und TK-Anlage auskennt. Wenn Du deinen Standort nennst, könnten wir Dir auch jemanden empfehlen.
     
  13. telthies

    telthies Urgestein

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    IP amtsseitig, IP teilnehmerseitig, dazwischen ist ISDN. Wäre Auersbach Apple, würden sie das extra betonen, "i-SDN" nennen, und die Welt wäre geil darauf. Du kannst eine Auersbach-Anlage nehmen und die IP-Telefone weglassen. Deren Systemtelefone gibt es auch in einer ISDN-Version, und für einen Kleinbetrieb sind die auch nicht so katastrophal das es bedenklich wäre.

    Das tun sie selbst. Auersbach wie Argfeo definieren beide ihren Kunden-Avatar als "wir möchten die Kunden des Mitbewerbers hinzugewinnen". Mit derselben Methode halten auch Ford und Opel ihr Niveau, anstatt weiter zu denken. So schafft man es bei Auersbach immer wieder, als bessere Firma mit den besseren Leuten vergleichbar erbärmliche Angezogenehandbremseprodukte zustandezubringen. Ein Regelkreis der Mittelprächtigkeit, aus dem ich Auersbach auszubrechen wünsche. Aber dieses mein Gebet bleibt wohl in den Echo-Cancellern stecken ;-)

    Die Auersbach-Anlagen sind richtig gut, nur leider mit dem TDM-Koppelfeld dazwischen. Abgeschmeckt wird das Ganze mit Apparaten, die haptisch genau solche Sozialbauten sind wie die des Mitbewerbers. In Ausschreibungen fallen sie mir jedoch hauptsächlich durch etwas anderes unangenehm auf (das gilt aber nicht für die COMpact-Serie, sondern nur für die "großen" Anlagen) - nämlich, daß sie im Vergleichsfeld den Kardinalfehler begehen, als Skoda teurer zu sein als der Audi.
     
  14. Koppelfeld

    Koppelfeld Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar.

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    "Auerswald wird zuunrecht mit Agfeo verglichen"

    Ja, das bringt es charmant auf den Punkt. Freilich, ich vergaß Sünden wie die "Compact" - Reihe. Wer so etwas auf die Kunden losläßt, muß sich freilich nicht wundern, wenn -- ja, wie ging die Werbekampagne mit dem durchgeknallten "MedeaMarkt" - Steinhöfel noch ? "Gut, daß wir verglichen haben ..."

    Im übrigen habe ich gerade die Auerswald-Webseite aufgerufen und muß dort lesen, "Auerswald - der Name für IP-Telephonie" -- das ist nun wirklich eine Unverschämtheit. Wenn Du dir dort das "Comfortel 2600" ansiehst: Das hat eine annehmbare Haptik, vom ästhetischen Standpunkt ekelt mich nur das "alumininiumfarbige" Plastikimitat an -- genau wie bei "Gigaset". Nach häufigem Gebrauch ist die galvanisch aufgebrachte "Veredlungsschicht" abgenutzt und es sieht scheußlich aus. 300 Euro sind happig.
    Für die Hälfte bekommt man ein Top-Gerät aus der Profiliga.

    Im übrigen sei angemerkt: Ich habe Auerswald empfohlen unter der Prämisse "neuwertige Geräte gebraucht kaufen", da stimmt auch das Preis/Leistungsverhältnis wieder.
     
  15. Kalle2013

    Kalle2013 Regelmäßig anwesend

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    Man könnte auch eine bintec RS123 als Router und die bintec be.IP plus oder eine von deren "Schwestern", die Hybird 300 / 600 als TK-Anlage einsetzen.
     
  16. doc.brown

    doc.brown Beginner

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    Der aktuelle Anschluss ist aktuell tatsächlich auch bei 1&1 verfügbar. Bin immer davon ausgegangen, dass es bei uns nur Telekom gibt, da wir doch sehr abgelegen liegen.
    1&1 wäre also grundsätzlich zu empfehlen?
    1&1 bietet aber anscheinend auch nicht mehrere feste IPs ...

    Darauf habe ich nur leider keinen Einfluss :)

    Das heißt? IP-TK-Anlage mit ISDN-Telefone betreiben? Ich persönlich möchte langfristig investieren und würde deswegen allgemein zum neusten Standard tendieren.

    Raum Ingolstadt-München. MaKoTec GmbH wäre deswegen eher unpassend...


    Ich hab noch nicht selbst nachgelesen, aber sind zwischen den ihren IP und ISDN-Systemtelefone gravierende Unterschiede in der Ausstattung bzw Funktionen, außer jetzt dass sie einen anderen Übertragungsstandard verwenden?

    Gibt es denn auch andere Hersteller mit vergleichbaren Support (z.B für Telekom etc.) mit besseren P/L-Verhältnis?
     
  17. telthies

    telthies Urgestein

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    Systemtelefonie bleibt ein aktuelles Konzept, ob der Hersteller dabei auf U- oder S-Schnittstellen aufsetzt, ist unwesentlich. IP-Telefone an einer im Kern nicht IP sprechenden Anlage sind eher das Gegenteil von Stand der Technik, nämlich Verschaukelei. Apparate und Anlage mit gleicher Blutgruppe sind die ratsamere Kombination.

    gefühlt ist da kein Unterschied

    was meinst Du mit Support "für Telekom etc" ?
    Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist nicht schlecht, lediglich der Preisabstand zu den "professioneller" wahrgenommenen Markennamen läßt zu wünschen übrig.
     
  18. doc.brown

    doc.brown Beginner

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    Wie zukunftssicher sind dann ISDN-Telefone? ... die ganze Welt spricht von IP, ich möchte mich in einigen Jahren halt nicht ärgern, dass ich keine IP-Telefone gekauft habe.

    hier, das was @Koppelfeld oben geschrieben hat. Und halt dann das Webinterface, Händlernetz etc. Alles was halt nicht unter Hardware fällt.
     
  19. telthies

    telthies Urgestein

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    IP-Telefonie macht nur als standardtreues SIP wirklich glücklich, dann kann man die Anlage zu den Apparaten jederzeit wechseln. Systemtelefonie ist ein anderes, aber nicht veraltetes Konzept. Wichtig ist dabei nur die gute Abstimmung der Komponenten, das Protokoll darf hier gerne auch proprietär sein.

    Da fährt man mit funkwerk / bintec / elmeg ebenso gut wie mit Auersbach. Telekom ist immer "nicht problemfrei", weil eine grundsätzliche Tücke drinsteckt: deren Internet-Telefonie geht ein bißchen anders - eben nicht im klassischen Internet "http://www." sondern "1tr114://t-online.www.". In der Praxis kann man meist damit leben, Routerkonfigurateuren garantiert es graue Haare. "Security by Obscurity" liest man bei der -T-- als "am sichersten ist es, wenn wir es selbst nicht verstehen". Originell, aber ähm, sagen wir: "nicht unbedingt besser".
     
  20. retrofreak83

    retrofreak83 Schon ein paar Mal da gewesen

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    Was man dabei nicht vergessen sollte, ist, dass dann auch an Anlagen-Leistungsmerkmalen auch nur das möglich ist, was "standardtreues SIP" hergibt.
    Und deswegen wäre ich mit der Aussage "IP-Telefonie macht nur mit standardtreuem SIP Spaß" vorsichtig. Es sind zwei unterschiedliche Wege, die man gehen kann, jeder hat seine Vor- und Nachteile.
    Was telthies damit meint: die Telekom fährt SIP auf einer eigenen Auslegung der Standards, die mitunter vom allgemeinen Verständnis abweichen. SIP a la Telekom ist unter dem Dokument 1TR114 (TR=Technische Richtlinie) definiert. Spaßiger wird es zur Zeit noch zusätzlich, weil die Telekom für VoIP zwei unterschiedliche Plattformen betreibt, die sich unterschiedlich verhalten. Es ist nicht schön, aber bspw. so ziemlich jeder TK-Anlagenhersteller hat eine Freigabe für die T-Anschlüsse.
     
  21. telthies

    telthies Urgestein

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    H.323 (verhält sich zu SIP etwa wie Betamax zu VHS) habe ich nicht erwähnt, da am Markt kaum bedeutend. Bei Splicecom oder Innovaphone gäbe es das.

    Bis die Telekom auf ein- und derselben Anlage (heißt dann vermutlich Trigitalisierungsbox) Kunden mit SIP-Anlagenanschlüssen und SIP-Mehrgeräteanschlüssen ;-) bedienen kann, feiern wir den 1.000sten Flug von BER *LOL*
     

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