Elektriker-Arlarm ! Bitte um Hilfe bei einer Auerswald-Konfiguration

Dieses Thema im Forum "Kaufberatung" wurde erstellt von Koppelfeld, 19. November 2017.

  1. Koppelfeld

    Koppelfeld Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar.

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    Guten Morgen,

    es ist 'mal wieder soweit, ich brauche Hilfe.

    Bislang hat ein Kunde etwa 1.800,-- / Monat an die Telekom bezahlt, für eine unsinnige "Company Connect" - MPLS-Verbindung (die natürlich komplett blödsinnig ist, wenn die Gegenstelle über einen anderen Provider angebunden ist) und diverse ISDN - Anlagen- und Mehrgeräteanschlüsse.
    An den ISDN-Anschlüssen wurden diverse Alarmanlagen betrieben (wir sind in einem üblen Bereich der Ostzone, wo man sich nicht nur untereinander beklaut: Schon Freitags ab 12 tauchen finstere Gestalten auf, die Edelstahl klauen möchten). An den Mehrgeräteanschlüssen wohlgemerkt. Die vier Anlagenanschuß-S0 hängen an einer SIEMENS HIPATH 3800 mit HXGM - Karte.
    Seit etwa 5 Jahren predigen wir: "Stellt um auf 'Deutsche Telephon', für zwei Firmen je sechs eingehende VoIP-Kanäle à 2,80 Euro -- macht etwa 32,-- im Monat. Kombiniert mit einer stinknormalen VDSL-Verbindung, 50 MBit/s, für 50,-- / Monat.
    ABGEHEND telephonieren können beide angeschlossenen Unternehmen zum Nulltarif über die Vielkanal-Flatrate der Muttergesellschaft in Gütersloh. Hatten wir seinerzeit estra so angelegt.
    Seit 5 Jahren hätte man also für etwa 80,-- Euro pro Monat telephonieren können anstatt für 1.800,--, mithin wurden gute 100.000,-- versenkt. Das kenne ich in dieser Form nur von Behörden.

    Es würde auch noch weitere 5 Jahre so gehandhabt. Der Grund ist ein ganz einfacher: Seit fünf (!) Jahren bekommt es der Zoni nicht gebacken, eine Stromversorgung einzurichten, die nicht alle paar Tage die Internetrouter "frißt". Zugegebenermaßen ist die Situation schwierig: Es fließen hochfrequente Wechselströme im Mittelwellenbereich mit Stärken zwischen 6,8 und 15 Ampère. Ein hochqualifiziertes West-Unternehmen, Firma Ingo Appel, hat ein hervorragendes Gutachten erstellt, inkludiert waren klare, nachvollziehbare Empfehlungen.
    Logisch, sozusagen zwingend logisch war es, daß der Zoni wieder alles besser wußte und eigene "Maßnahmen" ergriff, wobei sich jeder "einbringen" konnte, insbesondere ein verkrachter Heilpraktiker. Im Ergebnis ist das Unternehmen regelmäßig über einen längeren Zeitraum offline. Nun fürchtet der westdeutsche Gesamtgeschäftsführer natürlich das Thema "VoIP" wie der Teufel das Weihwasser. Zumal er in den letzten 10 Jahren etwa 200.000,-- für Router und "Firewalls" ausgegeben hat. Die überdies nichts nutzten, denn der Zoni, im Bescheißen stets auf der Höhe der Zeit, hatte immer "Fritz USB ISDN" - Geräte an seinen schedderigen PCs, die angeblich erforderlich waren, um Daten aus der Lohnbuchhaltung zu übertragen. In Wirklichkeit sorgten diese "Bypässe" mit schöner Regelmäßigkeit dafür, daß die Windows-Metastasen vervirt und verwanzt waren.

    Ganz im Ernst, eigentlich gibt es nur eine passende Lösung: DO IT AGAIN, HARRIS. Und dann das Areal großzügig umzäunen und als "Flüchtlingsunterkunft" nutzen. Nach vier Wochen wären die alle wieder in Eritrea, Togo, Burundi und Marokko. Freiwillig.

    Nun ist das leider keine Option.

    Die "Telekom" hat nun zum Leidwesen des Gesamtgeschäftsführers zum 31.03.2018 das ISDN gekündigt. Die Telekom, sein Freund und Helfer. Das Unternehmen, welches ihn sechs Jahre monatlich um 500 Euro beschissen hatte, indem es Wartung für eine Anlage berechete, die sie selber abgebaut hatten. Die Telekom, die mit dem unschlagbaren Angebot von nur 1.800 Euro im Monat die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts unterstützte!
    Natürlich hat er gleich hingeschrieben, "bitte, bitte, alles soll so bleiben wie es ist, ich zahl' auch gern mehr", aber leider, leider: Die Telekom macht auch für seinen treuesten Goldfasanen keine Ausnahme. Heinrich Mann und sein "Untertan" lassen grüßen.

    "Alt, wie das Gebirge, doch
    unternehmend immer noch
    fährt die Dummheit mit im Zug,
    läßt kein Auge vom Betrug"

    Es gibt ja kaum ein Gedicht, welches seit Jahrzehnten so aktuell wäre wie Brechts "Anachronistischer Zug" und seine "Liturgie vom Hauch". Und Brecht kannte seinen Zoni, er war ja lange genug dort.

    Es sollte nämlich jetzt eine NEUE ANLAGE her, denn, das war dem Zoni klar, ohne ISDN würde die alte ja nicht funktionieren. Und wer wäre da kompetenter bei der Auswahl als ein ELEKTRIKER ?
    Herausgekommen ist eine AUERSWALD 6000 RX, eine reinrassige ISDN-Anlage mit vielen DSPs, die das System nach außen als "VoIP-Anlage" erscheinen lassen. Der Elektriker, Firma Fettköther in Hannover, hat ein tolles Angebot über 33.000,-- gemacht. Nun bin ich immer noch mit einem der Gesellschafter freundschaftlich verbunden und habe einige Empfehlungen ausgesprochen beziehungsweise um Klärung einiger Dinge gebeten. Bei der geballten Kompetenz des Informationselektrikers würde ich mich aber freuen, hier im Forum Unterstützung zu erhalten.

    1. Der Elektriker möchte etwa 600,-- "Freischaltgebühr" für die 6000RX
    Soweit ich weiß, kann der Fachhändler mit seinem "Dongle" die Anlage kostenlos freischalten und hat dann gegenüber den Ingrams und Allnets dieser Welt einen Preisvorteil. Aber ist es o.K., hier den Kunden doppelt zu belasten, einmal mit dem "Fachhändleraufschlag" und zusäzulich noch mit dem "Freischaltungszoll" ?

    2. 4 x 16 VoIP-Kanäle ?
    Fettköther berechnet 4 VoIP-Module zu je 16 Kanälen für 1.912,-- sowie eine "Modul Licens auf 64 Kanäle" für 1.491,07. Das kann doch wohl nicht wahr sein!
    Dem reinen ISDN-Konzept ist ja geschuldet, daß auch bei einem Interngespräch bereits zwei "VoIP-Kanäle" belegt werden. Wenn ich jetzt von max. 10 gleichzeitigen Gesprächen ausgehe (der Zoni dort hat die Arbeit nicht gerade erfunden ...), dann komme ich auf 20 Kanäle.
    Da müßten doch ein 16er und ein 8er Modul dicke ausreichen, oder ?
    Oder aber ist es immer noch so wie ganz am Anfang, daß für jedes VORHANDENE Gerät ein VoIP-Kanal eingebaut werden muß ?

    3. Alarmanlagen / BMA / Anbindung Wachdienst
    Warum diese Dienste für teures Geld umrüsten ? Wenn wir die Auerswald, den Internetrouter und die Switches an die Notstromversorgung hängen -- dürfen wir EMA und BMA weiterhin an einem (internen) S0-Port betreiben ?
    Das wäre schon ganz schön, denn auch in diesem Bereich umkreisen "Fachhändler" das Unternehmen wie die Geier, mit Freundschaftsangeboten ab 10.000,--.

    4. DECT
    Das Auerswald - DECT ist ja mittlerweile o.K., der FettKöther bietet ein WS650-IP für 1.050,-- an. Das ist o.K., wir beziehen das "Original" von Spectralink für 650,--. Fragen:
    - Ist denn da bereits eine "LAN SYNC" - Lizenz drin ?
    - Wieviele User sind includiert? Ab dem wievielten Nutzer muß nachgezahlt werden?
    Eine Synchronisation über die Funkschnittstelle ist aus Gründen der Topologie nicht möglich. Wie lauten die Empfehlungen von Auerswald hinsichtlich
    - Priorisierung von PTP im LAN, noch VOR VoIP ?
    - IGMP auf allen Switches
    - Einrichtung eines IGMP-Queriers ?
    - Beim "Original" von Spectralink kann man jedes beliebige DECT-Telephon einsetzen, auch Headsets. So könnte der Zonis seine HIPATH-DECT-Handgeräte weiternutzen und 225,-- pro Einheit sparen. Hat Auerswald da einen Riegel vorgebaut oder klappt es auch damit?

    Gibt es da ein Dokument bei Auerswald, welches man als Vertragsbestandteil deklarieren kann?

    5. Systemtelephone
    Warum an eine reinrassige ISDN-Anlage IP-Telephone anschließen?
    Vor einiger Zeit äußerte Kollege Noses, die UP0-Geräte seien günstiger und ergonomischer. Und man würde eine Menge Geld sparen, weil keine neue Verkabelung gelegt werden muß.
    Lediglich in der abgesetzten "braunen Halle", die von einem anderen Trafohäuschen mit Energie versorgt wird, würde ich die bestehende Glasfaserverbindung nutzen und IP-Telephone verweden -- über die elektrischen Verbindungsleitungen fließen wie erwähnt 6,8A Mittelwelle. Eigentlich müßten die eine Senderlizenz beantragen, es wäre einmal interessant, die Länge der "Freiluftbrücke" mit der Wellenlänge zu korrelieren.

    6. LCR
    - Kann die Auerswald unterschiedliche Accounts für eingehend und ausgehend verwenden?
    - Im Falle "ausgehend" mit CLIP/no screening ?
    - Bei Notrufen aber zwingend den mit dem Standort korrelierten Account ?
    - Bei Erreichung der max. möglichen Rufe für den ausgehenden Account automatisch
    den (nicht mit einer Flatrate ausgestatteten) Account für eingehende Rufe verwenden?
    - Rufe an die Gütersloher Muttergesellschaft qua Nummernkreis erkennen und per VoIP an die dortige (echte) VoIP - Anlage weitergeben, anstatt wie bisher einen kostenpflichtigen Kanal zu blockieren ?

    Tja, das wären dann einmal meine Fragen, die dazu dienen sollen, dem Informationselektriker ein paar Leitlinien aufzuzeigen, mit denen er sein Angebot optimieren kann.

    ABER: Gerne kann sich auch ein guter Errichter bei mir melden, ich leite das umgehend weiter.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 19. November 2017
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  3. Koppelfeld

    Koppelfeld Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar.

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    Nachfolgefrage:
    Mein obiger Vorschlag wird vom Lieferanten kritisiert. Kann mir gar nicht erklären, warum.
    Er behauptet, daß Auerswald seine UP0 - Apparate in drei Jahren vom Markt nehmen würde.
    Ich halte das für Schwachsinn, die Auerswald UP0 bieten gegenüber den VoIP-Pendants eigentlich nur Vorteile.
    Weiß jemand etwas darüber ?
     
  4. cpuprofi

    cpuprofi Beginner

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    Guten Morgen Koppelfeld,

    ich muß Dich bei Deiner Angabe der Kosten für einen SIP TK-Anlagenanschluss der "Deutschen Telefon Standard AG" korrigieren:


    Zu VoIP:

    Ein VoIP-Sprachkanal kostet 1,40 Euro (Mindestanzahl ist 2 VoIP-Sprachkanäle)

    Business 4 FLAT Festnetz Deutschland für 6,80 Euro
    Business 4 FLAT Mobilfunk Deutschland für 12,80 Euro
    Business 4 FLAT Festnetz International für 9,80 Euro

    Ohne Flatrate:

    Business 4 Festnetz Deutschland: 1 Cent/Min.
    Business 4 Mobilfunk Deutschland: 4 Cent/Min.
    Business 4 Festnetz International: ab 1 Cent/Min.


    Zu DSL:

    ADSL - 16000plus (bis 16/3 Mbps) Annex-J Ausbau für 28,00 Euro
    VDSL - 50000 (bis 50/10.0 Mbps) für 48,00 Euro
    VDSL - 100000 (bis 100/40.0 Mbps) für 53,00 Euro

    Statische IPV4 Adresse / 30er Netz (1 weitere öffentliche IPV4 Adresse) für 4,80 Euro
    Statische IPV4 Adresse / 29er Netz (5 weitere öffentliche IPV4 Adressen) für 9,80 Euro
    Statische IPV6 Adresse / 56er Netz kostenfrei
    Quality of Service (Policing / Bandbreitenreservierung für Sprachkanäle) für 4,80 Euro

    Preise verstehen sich zzgl. MwSt. und gelten monatlich (sofern nicht anders angegeben). Stand 21.11.2017.


    Sollten weitere Fragen bestehen oder Hilfe diesbezüglich erforderlich sein, bitte gerne eine PM an mich.

    Grüße
    Cpuprofi
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. November 2017
  5. retrofreak83

    retrofreak83 Schon ein paar Mal da gewesen

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    Wenn du das schon unverschämt findest, erkundige dich nie nach baulichem Brandschutz.


    Und weil diese Anlage nun so garkein IP kann, ist sie auch nur für etwa 60 Provider zertifiziert.
    Anlegen von SIP-Leitungen trotz der - äh - gewöhnungsbedürftigen Siemens-Konzepte in etwa 15-30 Minuten erledigt.
    Ich habe mir von einem Elektriker-Azubi in einem Betrieb, der "Elektrotechnik" und "Netzwerktechnik" als Kernkompetenzen bewirbt, vor wenigen Tagen noch erklären lassen, wenn die Anforderung "Telefon" kommt, werde selbstverständlich J-Y(ST)Y verlegt. Der Begriff "Strukturierte Verkabelung" wurde zur Null-Referenz aufgelöst.
     
  6. telthies

    telthies Urgestein

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    Wissen nein, aber da sage ich mal "dat kaschmir nit vürstelle", denn:

    das würde ja im Umkehrschluß bedeuten, daß die in drei Jahren schon eine Anlage marktreif haben müßten, bei der TDM exorziert wäre.
    Der Mitbewerber bintec elmeg hat nach der Umstellung auf die IP-Ära nach wie vor aktuelle UP0-SysTels im Programm.
    Insofern halte ich
    für den Schlüssel zu dieser Aussage, d.h. vermute dahinter jemanden, der als Verkäufer in der HiFi-Abteilung auch schon immer behauptet hat, genau dieses phantastische Dolby-Surround-System habe er auch zuhause. "Darüber sollten Sie mal die Wartemusik Ihrer Eumex hören, ganz im Vertrauen, ich sage Ihnen: besser als Sex" *LOL*
     
  7. doerner

    doerner Schon ein paar Mal da gewesen

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    Ich glaube, ich habe hier was falsch verstanden:

    Willst Du indirekt fragen, ob es Auerswald gelungen ist, eine leitungsgebundene (und somit verlustfreie) EMA-Datenverbindung fehlerfrei auf eine IP-basierte Sprachleitung (ohne Modifikation der Empfängerseite) zu kodieren, weil der "ISDN Stecker ja passt"?!?
     
  8. Koppelfeld

    Koppelfeld Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar.

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    Fast. Es gibt ja zwei ISDN-Protokolle hierfür, eine über reguläre Anrufe, eine durch ausschließliche Signalisierung über den D-Kanal. Gab es früher auch bei den EC-Kartenterminals. Gleichzeitig gibt es "neue" Protokolle über IP. Wenn nun Auerswald es geschafft hätte, diese beiden Enden in der TK-Anlage "zusammenzuknüpfen" ...
     

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