Ersatz für meine ELMEG T484

Dieses Thema im Forum "Kaufberatung" wurde erstellt von Romius, 22. Januar 2017.

  1. Romius

    Romius Beginner

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    Hallo zusammen,

    ich habe das Gefühl, dass heute Abend meine Elmeg T484 nach etwas mehr als 6 Jahren die Hufe geschmissen hat. Trotz mehrfachen Neustarts mit Netzstecker ziehen und allem drum und dran, blinken alle Leuchten permanent. Ein Anlagentelefon zeigt auf dem Display nichts mehr an, das andere bekommt keine Leitung und verweigert den Zugriff auf die Voicebox. Es scheint so, als bräuchte ich Ersatz.

    Die Anlage hängt übrigens an einer Fritzbox 7490, die ebenfalls schon mehrfach von mir neu gestartet wurde. Ich bin bei der Telekom und wurde im letzten Jahr auf VOIP umgestellt.

    Nun zu den Gegebenheiten. Ich habe in meinem Wohnhaus im Untergeschoss zwei gewerblich genutzte Büroräume. In den beiden Büros steht jeweils ein schnurgebundenes ELMEG-Anlagentelefon. Im Wohnbereich hängt noch ein Gigaset SX353 an der Telefonanlage, an dem 2 Mobilteile angemeldet sind. Jedes Mobilteil, welches an der Gigaset-Basisstation angemeldet ist, hat natürlich auch eine interne Rufnummer, mit der es jeweils erreichbar ist. An meinen ELMEG-Telefonen in den Büros kann ich per Knopfdruck (Tag/Nacht-Schaltung) wählen, ob die Telefone im privaten Bereich mitklingeln sollen oder nicht, wenn ein Anruf für die Geschäftsnummer reinkommt oder ob man, zum Beispiel am Abend oder am Wochenende, seine Ruhe haben möchte. Die Funktion für den AB im Büro übernimmt eine SD-Karte in der ELMEG-Anlage, für den Privatbereich ist der AB in meiner Gigaset-Basisstation integriert.

    Welche Anlage würdet ihr empfehlen für diese Zwecke, die alle Funktionen abdeckt, möglichst einen etwas komfortableren AB beinhaltet und voraussichtlich länger als 6 Jahre ihren Zweck erfüllen wird?

    Falls es wieder eine ELMEG-Telefonanlage wäre, könnte man dann die bisherigen Telefone weiterverwenden?

    Ich habe keine Ahnung, welche Anlage aktuell in Frage kommt und würde mich über Tipps von Euch sehr freuen!!!

    Einen schönen Abend wünscht Euch

    Ronny
     
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  3. telthies

    telthies Urgestein

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    Die elmegs, auch die T-Serie, sind eigentlich recht gut, sechs Jahre sind da keine lange Zeit für. An den FON S0 der Fritzen bekommt sie nun ohne ISDN-Amt gewiß keinen Synchronisationstakt mehr zu fressen, einen eigenen stellt die Fritz nicht bereit. Das kann eine ISDN-Anlage mit der Zeit schon irritieren.

    Beim Reset per Netzstecker wird gerne dazu geneigt, zu kurz zu warten. Ansonsten kann Dein Fehlerbild durchaus auch für einen Überspannungsschaden sprechen, da kann das Netzteil einen Hau weg kriegen oder die Anlage gaga werden. Sowohl ein Netzspannungsausfall als auch der Reset - falls doch erfolgreicher als gedacht - können auch das Gedächtnis auslöschen. Dann klingeln z.B. alle MSN auf 10/11/20 parallel, und weitere interne MSN von Systemapparaten werden "vergessen"; freilich kennen das Telefon und seine Mailbox einander dann nicht, soweit letztere nicht auch schlicht "weg" ist.

    Ich würde also nicht per se ausschließen, daß die Anlage nach Rückspielung der gesicherten Kundendaten wieder läuft. Die SX353 "hört" ja auf interne MSN der elmeg als ihre "Amts"-MSN, die ihr dann entsprechend ebenfalls fehlen, auch wenn sie selbst für sich betrachtet ihr Gedächtnis behalten haben mag.

    Die elmeg Systemtelefone CS 290 / 410 sollten an neueren elmegs ebenfalls wie gewohnt funktionieren, also sieh´ Dir mal die bintec be.ip bzw. die kleinen elmeg hybirds an. Wenn die Systemtelefone einander räumlich nahe sind und ihre Slave-Fähigkeit nutzen können, reicht ein interner S0-Port für beide (betr. der Speisung müßtest Du das je nach Anlagenmodell näher nachlesen), einschließlich des SX353 demnach derer zwei.

    Wie ist denn Deine Hausverkabelung aufgebaut ? (die T-Serie hat ja nur S-Systemtelefone, insofern gehe ich da mal von Bussen aus).
     
  4. Romius

    Romius Beginner

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    Vielen Dank für Deine Einschätzung, die mich vorsichtig optimistisch macht, das vielleicht doch noch etwas zu retten ist. Wie lange sollte man denn den Netzstecker gezogen lassen. Ich habe zweimal zwischen 5 und 10 Minuten gewartet. War das vielleicht noch zu kurz?

    Wenn ELMEG generell gute Anlagen baut, kann man ja, falls ein Tausch der Anlage notwendig wäre, immerhin die beiden Telefone in den Büros behalten.

    Ich habe im Haus in jedem Raum eine Telefondose legen lassen, an die dann die Gigaset-Basisstation und die beiden ELMEGS CS410 angeschlosssen sind. Im Keller laufen dann die Leitungen zusammen und verschwinden in der Telefonanlage. Leider gibt es die Firma nicht mehr, die mir damals die Anlage eingerichtet hat. Ich werde morgen früh mal versuchen, jemand kompetenten aufzutreiben, der die Anlage entweder wieder ins Laufen bringt oder sie austauscht.

    Gerade habe ich mich im Internet etwas mit dem Thema beschäftigt. Man liest ja immer mehr von der Telefonanlage in der Cloud. Telekom bietet zum Beispiel auch die "Digitalisierungsbox Premium" an. Kann man denn bereits auf diese "Cloud-Anlagen" vertrauen oder sollte man wie bisher eher auf hardwarebasierte Technik setzen?
     
  5. Kalle2013

    Kalle2013 Regelmäßig anwesend

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    Die Digitalisierungsbox Premium ist keine "Cloud" - Anlage, sondern ein OEM - Produkt der bintec be.IP plus. D.h. ein VDSL - Router mit eingebauter TK-Anlage.
     
  6. Romius

    Romius Beginner

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    Ich verstehe. Mir ist ehrlich gesagt auch nicht klar geworden, was es mit einer solchen Anlage in der Cloud tatsächlich auf sich haben soll. Habe jetzt übrigens den Stecker eine halbe Stunde lang gezogen. Die LEDs blinken weiter wie gehabt. Seltsamerweise ist auch eine Art leises Rauschen aus der Telefonanlage zu hören. Entweder ist das neu oder mir ist es früher nicht aufgefallen.
     
  7. retrofreak83

    retrofreak83 Schon ein paar Mal da gewesen

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    Wenn du eine IP-basierte TK-Anlage hast, ist es erstmal technisch gesehen kein großer Unterschied ob du bei dir in der Wohnung ein Kästchen hast auf dem die Software läuft oder das in einem großen Rechenzentrum passiert. Hat beides Vor- und Nachteile.
    "Cloud" ist m. E. einerseits ein Marketingstempel, den man einem Trend der fortschreitenden Serverdienste aufzudrücken versucht. Durch massive Virtualisierung und die Automatisierung dieser, kann man sehr flexibel und auf jeden einzelnen Kunden zugeschnitten gut skalierende Dienste anbieten.
    Ein ganz einfaches Beispiel wäre Dropbox: du kannst mit einem kostenlosen Account mit 2GB Speicher anfangen und es immer wieder erweitern, ohne das es groß Probleme dabei gibt. Das geht sogar soweit dass ich schon Leute gesehen habe die quasi ihre ganze Festplatte im TB-Bereich da liegen haben.
    Was das Marketing dabei gerne verschweigt, drückt folgender Spruch schön aus: "There is no cloud, just other people's computers."
    Die "Cloud" wird gerne, und das habe ich auch schon zu oft selbst in der Forschung sehen müssen, als Floskel benutzt für "Alle Probleme lösen sich in Luft auf".
    Um bei dem Dropbox-Beispiel zu bleiben: Cloud bedeutet hier nichts anderes als: deine (privaten) Daten liegen auf den Computern anderer Leute. Und da alles zigfach dynamisch virtualisiert, repliziert und sonstwas wird, sogar auf diversen Rechnern über den Erdball verteilt.
    Das ist ein bisschen so, als würdest du einen Stapel deiner externen Festplatten, wo deine ganzen Urlaubsfotos, Briefe, Rechnungen, Steuerunterlagen usw. drauf sind, mit auf Arbeit in die Kantine bringen und laut rufen "Hier, nimm mal jeder eine Festplatte mit und stecke die bei sich ans Internet." mit dem Hintergedanken "Was soll schon passieren, sind doch alles Arbeitskollegen."
    Um zu deinem Kontext zurückzukommen: ich vertrete die Ansicht "meine Daten bleiben bei mir". Bei einer Cloud-Telefonanlage kriegt der Dienstleister von jedem internen Gespräch was mit, wenn die Anlage besonders schlecht konfiguriert ist wird sogar das Gespräch durch die Cloud gespult, selbst wenn die zwei Endgeräte neben einander stehen.
    Interessant könnte das sein ab mehreren Standorten, und wenn man sich um absolut 0 administrative Details kümmern will. Allerdings liefert man sich auch hemmungslos einem Anbieter aus, und ein Wechsel zu einem anderen Anbieter ist nicht möglich.
     
  8. telthies

    telthies Urgestein

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    Schon das zehnminütige Steckerziehen sollte satt ausreichend sein. Rauschen aus der Anlage (also nicht aus dem Hörer, sondern aus dem Anlagengehäuse selbst) ist ein ziemlich sicheres Todeszeichen, mindestens des Netzteils, oft der gesamten Elektronik. Über eine evtl. Mitleidenschaft des einen und/oder anderen Apparates könnte ich aber nur spekulieren. Üblicherweise ist das eher eine Schwäche von Fritzboxen als von elmegs, letztere sind mit sechs Jahren normalerweise nicht gebrechlich.

    Ich persönlich ziehe Anlagen direkt vom Erzeuger deren telekom-gelabelten Ausgaben stets vor; in der Detailfrage ob Du für Deinen konkreten Bedarf besser zur be.IP plus oder einer kleinen hybird greifst, kennt sich Kalle2013 wohl weit auswendiger aus als ich.

    Aber wenn Du von dem Zeug wenig Ahnung hast, dann laß´ Dich auch davon leiten, womit sich der Einrichter und Betreuer am besten auskennt. Innerhalb der elmeg/bintec Produktpalette mußt Du allerdings am wenigsten umdenken, was die Bedienung angeht, als wenn Du z.B. eine Auerswald nähmest, weil sich der örtliche Fachbetrieb gerade besser damit auskennt. Anlage und Einrichter sind quasi ein "System".
     
  9. Romius

    Romius Beginner

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    Offenbar ist mein letzter Post im Nirvana verschwunden. Darum noch einmal eine kurze Standmeldung. Techniker waren da. Nachdem Sie den Deckel abgenommen haben, ist sie merkwürdigerweise wieder für einen Tag gelaufen. Ich vermute einen Wackelkontakt oder dergleichen. Nun blinkt sie wieder. Mir liegt ein Angebot von der Firma, die hier war vor. Die wollen mir eine Agfeo-Anlage einbauen und zwei Agfeo ST42 + Tastenerweiterungen. Mit Einbau käme ich auf 2.000 €, die ich eigentlich nach 6 Jahren Laufzeit der letzten Anlage nicht mehr ausgeben möchte. Leider kennen die sich mit ELMEG nicht aus, sonst hätte es ja auch ein Wechsel der Anlage getan und man hätte die Anlagentelefone behalten können. Ich habe mal auf AMAZON geschaut. Dort bekommt man sogar noch eine nagelneue T484 für rund 390 €. Wenn ich die Konfiguraton der alten Anlage da draufspielen könnte, würde ja meiner Meinung nach auch wieder alles laufen.

    Ein anderer Anbieter hat mir eine Mitel x20-Anlage, 2 Mitel 6775 sw und ein Mitel Open CTI50 für die Anbindung an den Mac inklusive Installationspauschale für auch rund 1.875 € angeboten. Gibt es denn keine kleineren Anlagen, die günstiger sind? Ich brauche doch nur 2 schnurgebundene Telefone in beiden Büros mit Anbindung an einen gemeinsamen AB und die Einbindung über s0 meines vorhandenen Gigaset-Systems im Privatbereich des Hauses + interne Rufnummern. Ich habe immer das Gefühl, dass die angebotenen Anlagen deutlich überdimensioniert sind für meine Ansprüche. Vielleicht habt ihr ja noch einen Tipp für mich. Falls es doch eine der beiden Anlagen sein soll, ist eher die Mitel oder die Agfeo-Anlage zu empfehlen?

    Vielen Dank auch an retrofreak83 für Deine Infos bezüglich "Cloud". Ich bin ebenfalls der Meinung, dass viele Mitmenschen sehr naiv mit diesem Thema umgehen und immer mit dem Scheinargument kommen, sie hätten doch nichts zu verbergen.

    Nochmals vielen Dank für Eure Unterstützung.
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. Januar 2017
  10. telthies

    telthies Urgestein

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    das wäre mir an Deiner Stelle vermutlich die sympathischste Lösung

    ad 1) das Gefühl trügt Dich nicht; ad 2) wir hatten ja schon Tips, für die die Fehldimensionierung auch nicht gelten sollte; ad 3) die Mitel wäre da das kleinere Übel, eigentlich sogar recht gut, aber technisch kein wirklicher Sprung ggü. der Generation elmeg T-Serie; die Agfeos sind nach meiner Wahrnehmung Rappelkisten.
     
  11. John

    John Schon ein paar Mal da gewesen

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    Hallo. Ich habe auch mal mitgelesen. Weil es ja nicht zu teuer werden soll. Du kannst es ja auch mal mit einer alten T484 versuchen. Es werden auch welche bei Kleinanzeigen angeboten. Du mußt es dann halt selbst einrichten können. Ist ja nicht nur stecken.
    Eine andere Möglichkeit wäre nur mit der FB arbeiten. Ist halt alles etwas anders in der Bedienung. Aber kannst es ja auch mal Überdenken weil es ja nur zwei App im Büro sind.
    Fon 1 und Fon 2 mit neuen Analogapp. in die Büros und an S0 die Gigaset SX.
    Anrufbeantworter kann die FB selbst auch aber die Info zu den App ist nicht da. Die hast Du nur wenn Du Mobilteile von Fritz im Büro hast. Nachtumschaltung die Rufumleitung Intern über eingespeicherte Prozedur an den Analogapp.sollte auch gehen.
    Einen hab ich noch. Die Gigaset ins 1 Büro, ins 2 ein Mobilteil. In Deinem Wohnteil vielleicht mit Repeater zwei Mobilteile versorgen. Die Gigaset kann ja mehrere Anrufbeantworter und mit Anzeigen und Prozeduren ist dann alles optimal. Es geht ja auch mit SX in der Wohnung und Repeater im Büro.
    In die Konfiguration einarbeiten mußt Du dich bei allen Möglichkeiten.
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. Januar 2017
  12. Romius

    Romius Beginner

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    Vielen Dank für Eure guten Tipps. Mit der FB habe ich mich auch schon beschäftigt. Da ich aber auch noch ein Faxgerät im Büro habe, wäre wohl ein analoger Anschluss zu wenig vorhanden und das mit dem AB wäre auch ein ziemliches Gefrickel.

    Telthies hat mich eigentlich darin bestärkt, mir einfach wieder eine T484 für kleines Geld zuzulegen. Im Grunde hatte die alles was ich benötige und den Techniker, der mir das Teil damals eingerichtet hat, habe ich auch ausfindig gemacht. Er hat meine Konfiguration noch als Sicherheitsdatei gespeichert, so dass man diese problemlos auf die neue Anlage spielen könnte. Ich glaube, diese Lösung ist vom Preis-Leistungsverhältnis die beste. Wie sagt man so schön, "never change a running system".
     

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