Interner ISDN-Bus bricht zusammen

Dieses Thema im Forum "Fehlerbehebung" wurde erstellt von bbhla, 28. Dezember 2016.

  1. bbhla

    bbhla Beginner

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    Hallo liebe Experten!

    Ich habe ein in unregelmäßigen längeren Abständen (paarTage) immer wieder auftretendes Problem.
    Meine Konfiguration:

    Fritzbox 7490 am IP-basierten Anschluss der Telekom
    Internes LAN und WLAN funktioniert störungsfrei
    Analoge Anschlüsse (für Fax und 1 Telefon verwendet) funktionieren störungsfrei
    An den S0-Bus der Fritzbox angeschlossenes Sinus PA 301i (mit angeschlossenen Dect-Mobilteilen) als ISDN-Anlage funktioniert störungsfrei

    Verbinde ich das ISDN-Telefon aber nicht direkt mit der FB, sondern an einer ISDN-Steckdose der Hausverkabelung (die ich natürlich an den S0 der FB anschließe), dann tritt mein Problem nach einigen Stunden oder Tagen Betriebszeit auf: Das ISDN-Telefon bekommt keine Leitung mehr. Es hilft nur Trennen vom S0 und einige Zeit warten, dann "bekrabbelt" sich der S0 wieder, Telefon anschließen und Leitung ist wieder da.

    Während ISDN-Telefonie gestört ist, funktionieren alle anderen Funktionen der Fritzbox weiterhin, auch die analoge Telefonie.

    Die ISDN-Dose hat Abschlusswiderstände eingebaut.

    Es wurde bereits die ISDN-Dose getauscht und auch ein zusätzlicher Adapter mit Abschlusswiderstand zwischen Dose und Telefon geschaltet, das beeinflusst lediglich die Zeit, in der die Leitung stabil bleibt.

    Da das ISDN-Telefon stabil läuft, wenn es direkt an die FB ansgeschlossen bleibt, schließe ich auf ein Problem in der Hausverkabelung. Wer hat Vorschläge oder Ideen, was ich noch machen könnte?

    Mein Elektriker ist leider kein Fernmelde-Fachmann, er ist mit seinem Latein am Ende.

    Danke für Eure Ideen!

    Gruß, Helmut

     
  2.  
  3. telthies

    telthies Urgestein

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    das kennt man unter dem Begriff "kausaler Zusammenhang" :)

    Eine Fritzbox ist KEINE Telefonanlage - niemals nie nicht !

    Der FON S0 ist bereits eine "letzte Dose". Er ist sowohl praktisch "nicht abschaltbar terminiert", als auch "nur für Endgeräteschnüre vorgesehen". Dahinter in eine "Hausverkabelung" gehen zu wollen, ist Unfug, und zudem für eine Fritzbox vermutlich eine ziemlich erstklassige Sterbehilfe. Da dürfte jedes Klingelzeichen so viele graue Zellen im Netzteil töten wie ein Vollrausch. Bei großen Hebellängen entstehen Stützlasten, für die die Deichsel einer Fritzbox nicht gebaut ist. Fritzboxen sind mehr oder weniger "Untertischgeräte".
     
  4. bbhla

    bbhla Beginner

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    Yippiyayeah, endlich kennt sich mal einer aus!

    Die FB wird nicht als Telefonanlage verwendet.
    Am S0 - Anschluss der Box hängt das Telefon ja wie im Prinzip ein Endgerät.
    Demnach müsste ich klären, ob die Verkabelung zur einzigen Steckdose, die verwendet wird, so wie ein "Verlängerungskabel" verdrahtet werden kann und nicht wie ein Bus.

    Wenn es nicht klappt: Weißt Du, ob ich ein IP-Telefon (oder eine kleine Anlage) an einem Netzwerk-Anschluss der FB betreiben kann? Oder unterstützt die FB nur DECT-Endgeräte direkt an der FB?

    Dankedanke,
    Helmut
     
  5. John

    John Schon ein paar Mal da gewesen

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    Hallo. Eine Sache fällt mir zum ISDN an der FB ein. Schau mal in der Wissensbank bei AVM unter 8. Kann man ja mal versuchen. Bei mir war es noch nie nötig.
    Telefon klingelt nicht bei Anrufen | FRITZ!Box 7490 | AVM Deutschland
    Ich bin der Meinung wenn Du eine richtige Busverkabelung mit Abschlusswiderständen zu Deiner Dose hast sollte es dort auch klappen mit der ISDN Anlage.
    Wie lang ist der Bus. Ist es verseiltes Kabel. Gibt es Abzweige oder alles nur eine Richtung zur Dose. Wenn ich es wäre würde ich schauen ob die Adern in der Verseilung nicht vertauscht und richtig angelegt sind und den Bus mit dem Multimeter durchmessen. Bei Schneidklemmen ohne Anlegewerkzeug gibt es leicht schlechte Verbindung. Wenn dann auch Schnüre beteiligt sind wird es noch schlimmer. Abschlusswiderstände nur einmal in die letzte Dose oder als Stecker in die letzte Dose. Nicht Beides.
    Wir hatten hier vor längerer Zeit auch mal eine Schilderung wo es mit 20 Meter Kabel nicht gegangen ist. Er hat dann wegen Mietwohnung 40 Meter fertig konfektioniertes Patchkabel lose verlegt und es ging.
    Nur Info. Ich habe gemacht folgendes. FB 6490 zur 1 UAE mit Westernschnur, Kabel 2 * 2 *0,6 etwa 30 Meter zur 2 UAE, Abschlusswiderstände, daran dann Sinus 301i ohne P. Seit einem Jahr ohne Fehler.
    Hab ich jetz erst verarbeitet aus der ersten Post.
    Trennen und einige Zeit warten dann geht es wieder ist schon nicht in Ordnung . Das muß gleich wieder gehen. Ich würde sagen stecken plus 5 Sekunden. Ich vermute jetzt noch stärker es liegt am BUS.
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. Dezember 2016
  6. telthies

    telthies Urgestein

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    eben, wie eine Telefonanlage.

    wenn John schreibt, unter bestimmten Umständen ginge es in der Praxis so, dann wird das stimmen. Ich sage, in der Theorie muß es Mucken machen. Die Krux ist hier, daß der FON S0 nicht als Busport ausgelegt ist, sondern fest davon ausgeht, selbst schon die letzte Dose zu sein. Daraus folgt, daß dahinter nur Endgeräteschnüre erwartet werden, und eigentlich auch keine Doppelmoppelung der Terminierung. Wenn die Schirmung gut ist und auch sonst die Kennwerte des Kabels günstig, kann es "ausnahmsweise" gehen. Widerstände sind ja geborenermaßen nicht neutral und können zahlenmäßig überdosiert auch unerwünscht nebenwirken. Aber da glaube ich dem Kollegen im Zweifel mehr als dem Lehrbuch :)

    die Fritz nimmt DECT-Telefone auf dreierlei Wegen: direkt angemeldet (dann bedingt kompatibel, praktisch meist GAP), oder mit eigenen Basen jeweils entsprechend am FON S0 oder FON1/2. IP-Telefone nimmt sie an LAN. Freilich wären auch IP-DECT-Basen denkbar. Siehe auch: cat-iq Unterstützung von CAT-iq | FRITZ!Box 7390 | AVM Deutschland
     
  7. bbhla

    bbhla Beginner

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    Hmmmm...

    Jetzt bin ich etwas irritiert, ob mein ISDN-Telefon Sinus PA 301i ein ISDN-Endgerät ist, (das sich mit den angeschlossenen Dect-Mobilteilen nach außen wie eine kleine Telefonanlage verhält), oder aus Sicht der FB eine Telefonanlage ist.

    Aber Ihr vermutet ja, dass das Problem aus der Verkabelung herrührt - muss ja auch, da das Sinus direkt an die FB angeschlossen keine Abbrüche zeigt.

    Die Verkabelung ist ein dickes Telefonkabel mit wohl 8 oder mehr Doppeladern. 4 Adern sind mit einer Klemme auf ein Stück ISDN-Kabel geklemmt, das in der FB im Fon-S0 Anschluss steckt. In der ISDN-Telefonanschlussdose.sind diese 4 Adern dann angeklemmt. Die Dose hat eingebaute Abschlusswiderstände.

    Jetzt würde ich aus dem Telefonkabel (das fein unter Putz verlegt ist) eine "Endgeräteschnur" machen wollen. Also eine Dose ohne Abschlusswiderstände nehmen? Oder kann ich mir den Versuch aus Eurer Sicht sparen?


    Ich bin übrigens super froh über Eure Antworten und Überlegungen hier im Forum. Ein großes Dankeschön an die Autoren!
    VG
    Helmut
     
  8. John

    John Schon ein paar Mal da gewesen

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    Hallo. Für die FB ist dein Telefon ein Endgerät mit eigener Speisung. Du schreibst nicht wie lang wird Dein Bus. Ich habe ja schon geschrieben wie ich es gemacht habe. In der FB sind schon Abschlusswiderstände darum Dose bei FB ohne, Dose am Ende mit Abschlussw. So soll es eigentlich sein und wenn Du es so machst denke ich es klappt auch bei Dir. Aber keine Paare in der Verseilung auseinander reißen und keine Vertauschung beim anklemmen. Bei Schneidklemmen anlegen in den Dosen nur mit Anlegewerkzeug und in jede Schneide nur ein Draht. Oder Du nimmst Dosen mit Klemmen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. Dezember 2016
  9. telthies

    telthies Urgestein

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    das Sinus ist hier quasi eine Unteranlage, aber das ist insofern unerheblich, wie die Fritz zwischen einem Endgerät und einer Unteranlage nicht unterscheidet. Nur die Fritz selbst ist immer nur eine Fritz, und für einen endgeräte- (oder eben auch unteranlagen-) nahen Einsatz ausgelegt, während eine Telefonanlage dafür ausgelegt ist, daß zwischen ihr und die Endgeräte noch ein Hausnetz "gespannt" wird.

    Ist die Verbindung zwischen Fritz und Sinus auf diesem Kabel "allein" ? - dann hast Du entsprechend die Paare rot/blau und weiß/gelb (bzw. bei nur-rot: Ohnestrich/Einstrich und weiter/enger Doppelstrich) genutzt ?
    Wie haben wir uns die "Klemme" vorzustellen ?
    Klassische Wackelstellen sind ungeeignete Klemmen oder der Gebrauch von Schneidklemmen ohne spezielles Anlegewerkzeug. Klassische Störungsursachen sind Adernvertauschungen oder "Ehebrüche" zwischen zusammengehörigen Adernpaaren (beliebt bei Laien, aber auch bei Elektrikern mit teils erstaunlich profundem Nichtwissen über TK: die weißbemantelten Adern gebündelt zu ignorieren, so als steckten die Vitamine nur in den bunten).

    Ist die Störung eigentlich nur als tote Leitung zu bemerken, oder gibt es Vorboten wie z.B. flackernde Displayanzeigen der Leitungsdurchgängigkeit ?
    Gibt es Ausfälle nur im Ruhezustand, oder brechen auch bestehende Verbindungen ab ?
     
  10. bbhla

    bbhla Beginner

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    Hallo Experten, ich bin Euch noch eine Rückmeldung schuldig geblieben.

    Die Ausfälle passieren im Ruhezustand. Irgendwann komme ich nach Hause, versuche zu Telefonieren und die Leitung ist tot.

    Ihr hattet ja eindeutig die Verkabelung als Ursache für mein Problem erkannt. Da sind wohl nun einfach zu viele Störquellen drin, mit Klemmen und noch einer zwischengeschalteten Dose. Und die Verkabelung kann ich leider nicht austauschen oder erneuern, da alles unter Putz liegt.

    Jetzt hab ich einmal die beiden Mobilteile von der Sinus abgemeldet (und direkt an der FB angemeldet - habe dann allerdings ein Reichweiten-Thema, da die FB im Hausanschlussraum montiert ist, aber es funzt erst mal) - und schon 2 Wochen lang keine Ausfälle mehr an der Sinus. Vielleicht kann man es so lassen.

    Auf jeden Fall danke ich Euch für die vielen Hinweise, woran es liegen könnte!
    Topp.

    VG
    Helmut
     
    telthies gefällt das.

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