Kaufberatung TK-Anlage 300 Nebenstellen und ausnahmen

Dieses Thema im Forum "Kaufberatung" wurde erstellt von Eduard, 24. November 2016.

  1. Eduard

    Eduard Beginner

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    Hallo Zusammen,

    Ich bin der IT-Leiter einer Firma die ein paar größere Umstellungen vor sich hat.

    Ist-Zustand
    - Primärmultiplexanschluss
    - ca. 130 Anwender mit teilweise DECT und Tischtelefonen
    Verwaltung = 90 Anwender
    Produktionshallen = 40 Anwender
    - 2 Türsprechklingeln die auf Telefonen Leuten
    - 2 Aufzüge mit Notruf

    Eingesetzte Systeme
    Cisco Callmanager
    ip1500 DECT (wenn nötig kann ich das genaue Modell noch raussuchen)

    Komplette CAT 6 / 7 verkabellunge der Verwaltung und Produktion
    Mehrere Verteilerschränke die per LWL angebunden sind

    Soll-Zustand
    - VOIP-Anschluss
    - bis 300 Anwender mit teilweise DECT und Tischtelefonen
    Verwaltung = ca. 150 Anwender
    Produktionshallen = ca. 40 Anwender
    Externe Anwender = ca. 25 Anwender
    - 2 Türsprechklingeln die auf Telefonen Leuten
    - 2 Aufzüge mit Notruf
    + Anrufe direkt aus Outlook
    + Konferenztelefonate und Videokonferenzen
    + ca 10-20 Gleichzeitige Gespräche
    + Anrufe auch im Homeoffice oder Unterwegs (Smartphone) annehmen.
    + große Auswahl an einzusetzenden Geräten

    Nun ist das nicht gerade wenig, jedoch möchte ich in diesem Zuge auf etwas anständiges und zukunftsorientiertes umsteigen.
    Leider finde ich Online nicht gerade viele Anbieter für solche Anlagen.
    Wir liegen zwischen Stuttgart und Nürnberg, evtl. kennt jemand auch Anbieter aus unserer nähe.

    Ich hoffe ihr könnt mir hier weiterhelfen. Sollte die ein oder andere funktion nicht möglich sein ist das erstmal nicht so tragisch.

    Grüße
     
  2.  
  3. telthies

    telthies Urgestein

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    Antw:Kaufberatung TK-Anlage 300 Nebenstellen und ausnahmen

    Zwischen Stuttgart und Nürnberg ist bei etwa 300 Nebenstellen eigentlich jeder Anbieter südlich von Hannover / Magdeburg noch angemessen nahe, da dürfte sich einige Auswahl finden lassen.

    Home Offices einbeziehen, gut. Wo ich nicht ganz mitkomme, ist das etwas ungewöhnliche Wachstum: plus etwa 70 % im kaufmännischen Bereich, aber in der Produktion dabei gleichbleibend (?)

    Sollen nur die zusätzlichen Endgeräte "neu" kommen und die bestehenden bleiben, oder alles ersetzt werden ?

    Wie heißen denn die derzeitige Anlage und das verbreitetste Apparatemodell, und wie alt wäre dieses System ?

    Das klingt nach einem interessanten Beratungsprojekt ...
    (und ehrlich gesagt nach einer Größenordnung, bei der rasch mehrere Angeblichalleskönner mit unglaublichen Dumpingpreisen die Säbel wetzen, ihre Lösung zu verkaufen)
     
  4. Eduard

    Eduard Beginner

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    Antw:Kaufberatung TK-Anlage 300 Nebenstellen und ausnahmen

    [Edit telthies / Full Quote tut nicht not]

    Das dachte ich mir schon, das es wohl sehr viele Anbieter gibt, aber meine Frage richtete sich daran was ihr empfehlen könnt. Ich muss nämlich sagen das ich außer "3CX" und "Auerswald" nichts interessantes gefunden habe.

    Wachstum:
    70% Wachstum wird nicht von heute auf morgen sein, aber das wird angestrebt in etwa 18 Monaten. Ich weis nicht ob ich erörtern soll warum und weshalb wo welche Veränderungen stattfinden.
    Geräte:
    momentan Cisco 7961 7940 und 7911 Spectralink 7440 und 7622

    Mir wäre es sehr lieb wenn wir die momentanen Geräte weiterverwenden könnten, um den Kosten und Arbeitsaufwand erst einmal etwas geringer zu halten. Jedoch ist angedacht langfristig alle Geräte auszutauschen, da die eingesetzten Geräte deutlich älter als 8 Jahre sind.

    Ich bin auch nicht abgeneigt einen Berater ins Haus zu holen, jedoch sollte dieser dann auch nicht nur ein Produkt verkaufen wollen sondern objektiv sein.

    Grüße
     
  5. telthies

    telthies Urgestein

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    Antw:Kaufberatung TK-Anlage 300 Nebenstellen und ausnahmen

    insofern nichts, daß die Methode meiner Oma "die waren schon vor dem Krieg eine gute Marke" hier leider nicht weiterhilft. Es gibt keine Nimm-Die-Marke oder Bloß-nicht-Marke, auch die Größe der Anlage macht den Markt noch nicht in diesem Sinne "übersichtlich". Man wird um eine genaue Betrachtung nicht herumkommen, und eine gute Beratung legt den Anbieter eigentlich erst bei und nicht vor der Auswahl fest.

    dann hast Du aber eigentlich garnichts gefunden, denn 3CX würde Windows bedeuten, und Auerswald baut noch auf einen TDM-Kern (was in etwa ebenso übel ist). Da hast Du die Angel irgendwie in die falsche Richtung geworfen. Ganz passable Karpfen wären da eher z.B. von Alcatel oder Mitel. Aber mit Auerswald liegst Du mit diesem Profil ganz falsch.

    nein, hier und jetzt gewiß nicht, mir fiel bloß spontan beim Lesen auf, daß dies ein ungewöhnliches asymmetrisches Wachstum wäre. Fat Administration kennt man eigentlich nur aus Politik und Wohlfahrtswesen ;-)

    das sind nur Endgeräte - welches Zentralzeugs nimmt denn aktuell den Multiplexer auf und managt diese Teilnehmer ?

    Diese Ausgangslage lenkt den Blick schon´mal auf (S)IP-Telefone. Standards haben da ja den schönen Vorteil, daß man die alten Reifen auf die andere Achse umziehen kann, d.h. die Vielnutzer mahlen bei dem neuen Zeug zuerst. Im Prinzip sollte man in einem solchen "Fuhrpark" ebenso mit geplanten Ersatzzeitpunkten arbeiten wie bei der Fahrzeugflotte.

    nicht sollte, sondern muß. Ein Berater ist entweder objektiv oder er ist kein Berater. Verkaufen ist nicht seine Aufgabe, sondern in der Sache objektiv zu sein und parteiisch für den Kunden. Gerne biete ich meine Dienste dabei an, in einem solchen Projekt mit Kollegen für bestimmte Fachaspekte.

    Im einzelnen sähe ich da folgende Felder:
    - Analyse zur Abbildung der Organisation auf dem eingesetzten System mitsamt seiner Peripherie
    - darin der Teilaspekt der Planung der Funkausleuchtung
    - Notruf-, Warn- und Meldeanlagen sind ein komplexer Bereich
    (so weit erst einmal für die Auswahl der eingesetzten Lösung; Anwenderschulung ist ein gern unterschätzter Aspekt, was sich - teilweise meßbar - in Form von Mehrarbeit für den hauseigenen Support und - schwer meßbar, aber auch in bedeutendem Maße - in Form mäßiger Produktivitätseffizenz rächt).
     
  6. Koppelfeld

    Koppelfeld Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar.

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    Antw:Kaufberatung TK-Anlage 300 Nebenstellen und ausnahmen

    - auch die DECT-Basisstationen sind IP-Geräte ?
    - wird bereits PoE verwendet ?
    - Welche Switches ?
    - Die LWL-Anbindung: Über einen einzigen Uplink oder eine LACP-Aggregation ?
    - Welche Ethernet-Switches werden eingesetzt ?
    Ich frage deswegen:
    Bei ordentlich implementiertem VoIP erfolgt die Vermittlung ja nicht innerhalb der TK-Anlage, sondern über die Netzwerkinfrastruktur. An und für sich ist VoIP genügsam, aber: Ich lese weiter unten etwas von "Spectralink" und DECT. Und weiter oben etwas von "Glasfaser". Daher gehe ich davon aus, daß es keine sternförmige Verkabelung der DECT-Basisstationen gibt. Dies ist aber eigentlich eine wichtige Voraussetzung für eine einwandfreie Synchronisation der Stationen im industriellen Bereich. Die Synchronisierung über die Funkschnittstelle ist sehr unzuverlässig und birgt weitere gravierende Nachteile. Alternative: Synchronisierung über LAN und PTP. Und genau dafür sollten die Sitches IGMP-Snooping implementiert haben. An zentraler Stelle sollte ein Switch als IGMP-Querier konfiguriert sein.
    Damit die PTP-Pakete, und nur diese, mit absoluter Priorität behandelt werden, braucht man ein funktionierendes QoS.

    Empfehlenswert und folgerichtig.
    Dabei wichtig: Es ist in dieser Größenordnung sinnvoll, wenn die TK-Anlage mit einem Interface in der DMZ steht, und zwar mit einer öffentlichen IP-Adresse. Habt Ihr ein eigenes Netz vom Provider, z.B. ein /29er ?
    Wie ist die Internetanbindung realisiert ?
    Welche Mobilnetzwerke stehen am Standort zur Verfügung (Denkrichtung: Mobilfunk-Backup) ?
    Was für ein Internetrouter wird eingesetzt ?

    Eine solide integrierte Lösung auf Basis Asterisk erfüllt die Anforderungen. Für die Aufzüge gibt es zugelassene Module, in Bezug auf die Videokonferenzen und die Microsoft-Konnektivität (Outlook/TAPI, 'Skype for Buainess', WebRTC) muß man sich Zeit nehmen, um die passenden Produkte zu finden.
    Während es (zumindest bei seriösen) Asterisk-Anlagen keine "Lizenzen" gibt, muß man für die "PC-Ausstattung" zwischen 2,-- pro Gerät ("TAPI for Asterisk"), 25,-- ("XTELSIO") und 35,-- ("SIMPLYNC") veranschlagen.

    Die Telephone, sowohl die von CISCO als auch die von Spectralink, kann man hervorragend verwenden. Noch wichtiger:
    Mit etwas Glück sogar die komplette DECT-Infrastruktur.

    Mit welchem Gateway ist der ISDN-Primärmultiplexanschluß angebunden ?

    Ich frage deshalb:
    Ohne die Notwendigkeit einer qualifizierten Beratung in Abrede stellen zu wollen, könnte man ja auch folgendes machen:
    - Man zapft das PMX-Gateway an oder (im Falle eines eingebauten solchen) setzt ein Leih-Gateway zwichen PMX und Altanlage. Damit wäre man in der Lage, kommende Gespräche selektiv abzuzweigen und könnte auf der anderen Seite mit der Altanlage kommunizieren.

    Damit bestünde die Möglichkeit, ein Testsystem zu installieren, welches bestimmte, von Euch auszuwählende Telephone bedient. Gleichzeitig kann man die Eignung der DECT-Infrastruktur testen.

    Mit etwas Glück, und wenn alles klappt, kommt Ihr fast ohne Hardware- und Installationskosten in den Genuß einer aktuellen Anlage mit den beschriebenen Eigenschaften -- könnt aber jederzeit neue Geräte nach Gusto einsetzen.
    Eine solche Probeinstallation trennt nicht nur die Spreu vom Weizen, sondern man ist auch in der Lage, eine belastbare Preisindikation zu erstellen.

    Weil Ihr eigentlich schon alles "vor Ort" habt, würde ich genau so vorgehen.


    Ach ja, eine wichtige Frage:
    Warum seid Ihr mit der gegenwärtigen Lösung unzufrieden ?
     

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