Empfehlung Anschlussart für 6 Leitungen

Dieses Thema im Forum "Telekommunikation Allgemein" wurde erstellt von MRB, 10. Januar 2017.

  1. MRB

    MRB Beginner

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    Hallo alle zusammen!
    Ich stelle mich geschwind vor, mein Name ist Manuel aus Stuttgart, ich kümmere mich derzeit um die Anschlussproblematiken in der kleinen Firma meines Vaters.
    Derzeitige Situation (Verträge sind 7 Jahre alt...) bei Vodafone:
    1) 1 Anschluss mit 1 mal ISDN-S0 und DSL 6000 Flatrate
    2) 1 Anschluss mit 1 mal ISDN-S0

    Diese Konstellation kam zustande, da mein Vater 4 Leitungen benötigt.
    Da aber dauernd Probleme auftreten und Vodafone nur max. eine 1000er DSL Leitung zur Verfügung stellen kann/will, muss eine Änderung her. Zudem benötigt mein Vater laut seiner Aussage eine weitere Leitung.
    Den Anschlüssen (jeweils auch noch unterschiedliche Kundennummern) sind jeweils 6 Nummern zugeordnet, welche auch übernommen werden müssen.

    Wie soll ich am besten nun vorgehen? Vodafone kann oder will keine hilfreiche Auskunft geben.

    Vielen Dank!
    Grüße Manuel
     
  2.  
  3. telthies

    telthies Urgestein

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    Mehr als vier Leitungen zu benötigen, ist in den meisten Fällen wo die Anlage weniger als 20 Teilnehmeranschlüsse hat ein Irrglaube. Dieser entsteht klassischerweise systematisch, durch eine oder mehrere der nachstehend beschriebenen Ursachen.

    Gerne werden Anlagen dahingehend fehlkonfiguriert, daß als sogenannte "Abfragestelle" (vulgo "Zentrale", dort klingelt die "Hauptnummer" bzw. die "-0") ein Arbeitsplatz mit hohem eigenen Telefonaufkommen gewählt wird. Dauerquatscht eine Bürokraft, bei der alle Leitungen ankommen, dann ist in Wirklichkeit nur dieser eine Apparat "besetzt" - die Anrufer hören das "Besetzt" aber auf allen Leitungen.

    Bei Mehrgeräteanschlüssen (jeder Anschluß hat seine eigenen Nummern, während beim Durchwahlanschluß alle Leitungen zu allen Nummern nutzbar sind) wird auch gerne dahingehend gedankenlos konfiguriert, daß die Nummern den Anschlüssen ungünstig verteilt zugeordnet sind.

    Beispielsweise liegt die allseits bekannte allgemeine Telefonnummer zusammen mit der Faxnummer auf dem ersten Anschluß. Den zweiten Anschluß hat man später hinzugenommen, belegt ihn im schlechtesten Fall aber garnicht "gezielt" (um den ersten Anschluß freizuhalten). Sondern der erste Anrufer belegt den ersten Kanal von Anschluß 1, ein Mitarbeiter "holt ein Amt" auf dem zweiten Kanal von Anschluß 1. Nun kommen keine weiteren Anrufe mehr durch, auch das Fax schweigt, obwohl zwei Leitungen (nämlich alle beide von Anschluß 2) frei sind. Aber deren Nummern kennt niemand, und kann das nicht nutzen.

    Solche Planungsfehler sind schnell und günstig behebbar.

    Wenn All-IP kommt, erledigt sich mit den ISDN-Mehrgeräteanschlüssen auch die Problematik mit der Anschlußbindung der Nummernbündel. Geschickte Doppellinkshänder schaffen es allerdings, durch ebenso gedankenlose Konfiguration eines Gateways diesen Flaschenhals in die neue Welt hinüberzuretten.

    Zur Anlage hast Du nichts geschrieben, ebenso nichts zur Mitarbeiterzahl, Arbeitsteilung und was die Firma überhaupt macht. Das hülfe schon bei der genaueren Diagnose. Am besten schaut man sich natürlich mal die konkrete Situation an. Du hast PN.
     
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  4. MRB

    MRB Beginner

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    Hallo und vielen Dank für deine Antwort!
    Tut mir Leid, ich hatte bereits nach Absenden des Beitrags im Eifer des Gefechts bemerkt, dass ich einige Angaben vergessen habe. Dies möchte ich nun nachholen:

    Die Kanzlei meines Vaters besteht runtergebrochen aus 2 Arbeitszimmern für 2 Anwälte und einem Sekretariat für 2 Angestellte. Jeder dieser Plätze ist mit Agfeo St 42 ab Telefonen ausgestattet, im Keller hängt eine Agfeo AS181 plus.

    Dazu gibt es folgende Besonderheit: Es existiert eine "allseits bekannte" Hauptrufnummer und eine "allseits bekanntes" Fax. Diese liegen aber wie von Ihnen schon angesprochen, zum Glück jeweils auf einem anderen S0.
    Dazu kommt, dass seit neuestem das zweite Arbeitszimmer ein separates, unabahängiges Faxgerät benötigt.

    Leider zählt mein Vater auf diesem Gebiet zu den absoluten Doppellinkshändern, weshalb ich das Problem in die Hand nehme.

    In meiner Vostellung, bzw. in der Realität, sind 4 Leitungen vorhanden. Da das Hauptfax und das Haupttelefon immer erreichbar sein sollten, belegen diese 2 Geräte ja bereits 2 Leitungen. Das neue Extrafax dann die dritte, womit nur noch eine für ein weiteres Telefonat vorhanden ist?

    Ich möchte genau das vermeiden, dass jetzt schon vorhandene Planungsfehler in die ALL-IP-Welt mitgeschleppt werden, in welche wir ja wohl durch die Umstellung auf VDSL geraten werden...

    Ich danke jetzt schon einmal für jegliche Hilfestellung!
    Grüße Manuel!
     
  5. Koppelfeld

    Koppelfeld Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar.

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    Du hast die Weichen in Richtung Planungsfehler bereits gelegt, indem Du von "Leitungen" sprichst, welche es in der IP-Welt gar nicht mehr gibt. Freilich ist es so, daß viele unseriöse Provider, allen voran die Telekom, das ehemals durch die Fehlgeburt ISDN implizierte "harte" Limit per Software "nachempfinden", um ihre Kunden ordentlich abzukochen. Fatal dabei ist, daß duch dieses "Aufsatteln" künstlicher Beschränkungen die Grundfunktionalität massiv beeinträchtigt wird.

    Mit einem VDSL-Anschluß von, sagen wir, 25MBit/s down- und 10 MBit/s upstream könnt Ihr telephonieren, bis der Arzt kommt. Dabei kann man z.B. einen Tarif wählen, bei dem max. 30 Gespräche gleichzeitig möglich sind, egal ob kommend oder gehend. Bei den gehenden Gesprächen berechnet der Provider schön transparent pro Gespräch. Wenn Flatrates gewünscht sind, dann kann man das auch hinbekommen, aber es lohnt sich nicht für eine Rechtsanwaltskanzlei.

    Die Erfahrung zeigt: Die Kanzlei kann Geld einsparen, die Gesprächsqualität verbessern und die Zuverlässigkeit in etwa auf dem ISDN-Niveau halten. Dabei muß man aber vorsichtig bei der Auswahl des Providers sein, die Telekom hat z.Zt. kein geschäftskundentaugliches Angebot, Vodafone beherrscht im Gegensatz zur Telekom die VoIP-Technik sehr gut, sind aber teuer beim "Einportieren" der alten, bei den Klienten weithin bekannten Rufnummern.

    Es gibt Menschen, die behaupten, man könne nun mit einer "Adapterbox" auch eine alte Agfeo in die Zukunft schicken, aber das bereitet fiese, subtile Probleme, weshalb ich davon abrate. Wenn ich höre "Rechtanwalt" und "Raum Stuttgart", dann kommt vielleicht eine Kallebox infrage, das ist eine Kreuzung aus (V)DSL - Modem, Router und TK-Anlage. Oder, auch extrem preiswert, eine "Panasonic".

    Von IP-basierten Endgeräten würde ich bei der beschriebenen Größenordnung absehen - es gibt dafür einfach zu wenige Gründe.
    Neulich habe jetzt eine Panasonic bei einer Steuerkanzlei im Einsatz gesehen -- da gab es nichts zu meckern, außer daß die Telephone ziemlich billig 'rüberkommen. Aber wenn Ihr bis jetzt Agfeo gewohnt wart ...
     
  6. MRB

    MRB Beginner

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    Ich spreche von Leitungen, weil ich zuerst einmal die jetzige Situation mit reinem ISDN komplett in Ordnung bringen möchte. Auch in der jetzigen Konfiguration scheint es Verbesserungsbedarf zu geben, da wie @telthies oben beschrieben hat, 4 Leitungen normalerweise komplett ausreichen...
    Nur bin ich derzeit noch nicht ganz so fit in der Thematik.
     
  7. retrofreak83

    retrofreak83 Schon ein paar Mal da gewesen

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    Wenn aber im Prinzip alles so bleiben soll wie es ist, verstehe ich nicht, was dein Problem ist bzw. was du gerne optimieren möchtest. Wenn Anschluss 1 und 2 unterschiedliche Kundennummern haben, kann man mal bei Vodafone anrufen und die zusammenführen lassen. Wenn du Glück hast und einen fähigen Mitarbeiter erwischst, ist er
    a) dazu in der Lage und
    b) geht dabei nichts kaputt
    Außer einer verwaltungstechnischen Vereinfachung wird das aber wohl nichts bringen. Solange die Rufnummern beibehalten werden sollen so wie sie sind, werdet ihr, wenn die Telefonie erstmal bei ISDN bleiben soll, auch nicht viel tun können.
    Einen "2-fach NTBA" wo man eure Anschlüsse 1 und 2 drauf zusammenlegen kann, gibt es nicht, das gehört zu den technischen Beschränkungen von ISDN, die koppelfeld meint.

    Deine Aussage mit dem Internet verstehe ich allerdings nicht. Ihr habt doch 6000 DSL, also kann Vodafone doch mehr als 1000 stellen?

    Aber warum jetzt alles umkrempeln, sich wieder Mindestvertragslaufzeit einkaufen, wenn überhaupt nur einen Teil der Probleme lösen, um dann in wenigen Jahren nochmal an alles ran zu müssen wenn euch das ISDN gekündigt wird?
     
  8. MRB

    MRB Beginner

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    Mein Problem ist hauptsächlich, dass ich nicht weiß, wie ich das "neue, zusätzliche" Faxgerät am sinnvollsten einbinde.
    Auf die Frage nach der viel zu geringen Geschwindigkeit sagt Vodafone, dass das an der zu hohen Leitungsdämpfung läge, weshalb maximal die Geschwindigkeit eines DSL 1000 möglich ist. Ein Ausweg sei nur der Übergang zu VDSL
     
  9. Koppelfeld

    Koppelfeld Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar.

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    Das ist natürlich wieder großer Bockmist, denn die Leitungsdämpfung ist eine Konstante. Und VDSL ist den gleichen physikalischen Gesetzmäßigkeiten unterworfen.
    Die Wahrheit dürfte sein: Momentan seid Ihr am sog. HVT angeschlossen, mit guten zwei Kilometern Kabellänge. Mittlerweile bauen die Provider aber mit Glasfaser vernetzte Kabelverzweiger, auf die eure Teilnehmeranschlußleitung umgeschwenkt wird. Dann reduziert sich natürlich die Kupferstrecke und der Flaschenhals entfãllt.
    An diesen Kabelverzweigern wird aber kein ISDN angeboten.

    Ich sehe da gerade kein Problem für das "neuartige Faxgerät".

    Kollege retrofreak83 ist wie immer bestens informiert, aus technischer Sicht. Wirtschaftlich betrachtet würde ich alles gleich neumachen.
    Dann gibt es schnelles DSL plus Flurbereinigung. Ohne Risiko kann man einen seriösen, ortsansässigen Panasonic-Händler beauftragen, der sich ein bißchen mit IP auskennt. So eine kleine Büchse kostet etwa 500,-- plus Lizenzen für SIP, dann sind wir bei 1.000,--. Ein anständiger Router ist wichtig, macht nochmal 500,--.
    Noch günstiger geht es mit so einer Kombibox, das Problem ist halt, je billiger die Box, desto billiger das "Einrichtungspersonal".
     
  10. telthies

    telthies Urgestein

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    Die zusätzlichen Schilderungen bestärken mich darin, daß man dank effizienter Fehlkonfiguration mit einem weiteren Basisanschluß o.ä. eine hervorragende sechskanalige Besetztzeichenanlage bauen würde.

    Zum Wunsch nach einem zweiten Faxgerät wären weitere Erläuterungen hilfreich, der ist mir noch nicht nachvollziehbar. Ich kenne da kammerseitige Nervosität nur bei gemischten Kanzleien Anwalt und Steuerberater o.ä., dann aber bis auf die Ebene der Helferinnen und der Regalseiten im Archiv.

    "Du hast PN" bedeutet, daß Du oben rechts auf "Unterhaltungen" klickend meine Kontaktdaten lesen kannst. Die Umstellung der Forensoftware ist momentan noch "kein Gewinn" ;-( für den Bedienkomfort, aber Marco tüftelt noch.
     

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