Octopus F X 3 - selbst verwalten? - Ersatz für comfort pro?

Dieses Thema im Forum "Kaufberatung" wurde erstellt von krimscramer, 6. Dezember 2017.

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  1. krimscramer

    krimscramer Beginner

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    Wir setzen derzeit eine Telekom comfort pro s Anlage eine. Die ist eigentlich sehr gut nur leider in die Jahre gekommen. Jetzt denke ich über eine Nachfolgeanlage nach und bin auf die Octopus FX 3 W gestoßen.
    Ich glaube, dass die unsere Ansprüche erfüllen kann.

    Allerdings habe ich die Comfort Pro selbst verwaltet. Nutzer angelegt, Telefone nachgerüstet, etc. ich bin mir nicht sicher, ob das bei der FX auch geht?
    Habe Threads gelesen, dass man ein Admin-Tool benötigt...

    Daher dienFragen:
    Ist die FX eine gute Alternative?
    Kann man die FX gut selbst verwalten?

    Danke!!!!
     
  2.  
  3. retrofreak83

    retrofreak83 Schon ein paar Mal da gewesen

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    Das ist eine Frage, die man vollumfänglich nicht in Kürze beantworten kann.
    Grundsätzlich ist das ein System, das dafür gemacht ist, von Fachpersonal installiert zu werden, also Leuten, die das mal gelernt haben bzw. auf entsprechenden Schulungen waren.
    Man kann sich das auch durchaus alles selbst aneignen.

    Du wirst es aber vermutlich schwer haben, Support zu bekommen, den gibts von offizieller Seite nur für registrierte Partner/Errichter, aus obigen Gründen.

    Bezüglich des Tools: was du meinst ist der HiPath Manager E. Offiziell bekommt man den nur als Partner, inoffiziell soll man da auch so drankommen, habe ich gehört.
    Seit Einführung der neuen Plattform verliert diese Software zunehmend an Bedeutung, immer mehr wird über die Weboberfläche geregelt.

    Grundsätzlich ist das System auch für verschiedene Benutzerlevel gedacht, das was du bei der Comfort Pro so gemacht hast, könnte dir ein Errichter auch als Admin-Berechtigung einrichten.

    Das System ist ja der Nachfolger der Siemens HiPath 3000, ohne auch hier ins Detail zu gehen, würde ich sagen, dass es ein solides System ist.
    Übrigens ist das System baugleich zur Unify Openscape Business X3W, du kannst dann also auch gleich das Original nehmen.
    Mittlerweile eröffnet die VoIP-Welt ja völlig neue Möglichkeiten, jenachdem was deine Anforderungen sind und welche Endgeräte benötigt werden, kommt man auch ohne so einen klassischen Klotz aus.

    Übrigens: wenn ich recht informiert bin, ist die Comfort Pro S baugleich zur DeTeWe/Aastra/Mitel OpenCom X320. Vielleicht lohnt es sich, hier konkret nach einem Nachfolgesystem zu schauen, dann wäre die Umstellung nicht so groß und man könnte vielleicht auch Endgeräte übernehmen. Aber das ohne Gewähr, in dem Bereich kenne ich mich nicht aus (andere Forumsuser hier vielleicht aber durchaus).
     
  4. Koppelfeld

    Koppelfeld Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar.

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    Also, gleich zweimal nein. Deine Ansprüche hast Du hier nicht formuliert, aber sie lauten sicherlich nicht:
    "Ich möchte eine häßliche Wandwarze aufhängen, die nach kurzer Zeit schwarze Schwaden an der Wand absondert, weil sie thermisch so ungesund ist. Ich möchte viiiiiiiiiel Zeit aufbringen, um mich in die SIEMENS-Lizensierungsstrategie einzuarbeiten. Ich will meine Frustrationstoleranz beweisen, sozusagen als 'Iron Man', wenn ich dann erfahre, daß eine Konfiguration möglich, aber lizenztechnisch nicht freigeschaltet ist. Bei einer Reparatur freue ich mich, wenn auf einmal alle Lizenzen erneuert werden müssen, schließlich will man sicherstellen, daß der Hersteller überlebt. Gut, SIEMENS hat die Fahnen gestrichen, aber Entwicklung und Produktion wurden ja ausgelagert, jetzt schon zweimal. Wie damals, bei der Handysparte: Ich freue mich jetzt schon auf mein neues BENQ-Handy, das noch vor den Feiertagen herauskommt".
    Also, wenn DAS Deine Vorstellung ist: Du hast die perfekte Anlage gefunden.

    Wenn nicht:
    Dann erläutere einmal die näheren Umstände,

    - wieviel Leute seid Ihr ?
    - nur Schreibtisch oder auch Benutzung in Werkstätten ?
    - außenliegende Nebenstellen ?
    - Welche Telephonanschlüsse liegen zur Zeit, was ist geplant ?
    - Welche Verkabelung liegt vor ?
    - In wieweit sollen Computerarbeitsplätze und Telephonie miteinander verzahnt werden ?
    - Soll auch im Zuge einer Umstellung die Internetanbindung modernisiert werden ?
    - Mobil-Integration ?
    - Fax ?
    - Zentralearbeitsplätze ?

    Das fällt mir so spontan dazu ein.
     
  5. tkmensch

    tkmensch Beginner

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    Hallo,

    zuerst einmal sollte hier schon die Wahrheit geschrieben werden und nicht etwas, was man vielleicht mal gehört hat.
    Die Annahme das Siemens, oder auch Unify, verlangt das man nach einer Reparatur oder Austausch des Mainboards alle Lizenzen neu kaufen muss ist blühender Unsinn. Es gibt immer die Möglichkeit, bei einem defekt, die Lizenzen auf das neue Board zu stiften. Das kann sogar jeder Unify-Reseller selbst machen.

    Weiter sollte man vielleicht mal Herstellerunabhängig beleuchten, was der hier vortragende denn wirklich benötigt. Das ist zumindest meine Vorgehensweise mit der ich noch nie jemanden ins Unglück gestürzt habe.
    Ob nun Panasonic, Unify, Mitel, Innovaphone oder sonstiger Hersteller der richtige ist, entscheiden am Ende des Tages die Anforderungen des Vortragenden.

    Und eines ist sicher. Das perfekte System für alle gibt es nicht und wird es nie geben. Und da es keinen Hersteller gibt, der karitativ unterwegs ist, wird es auch immer Geld kosten. Und ja, auch die bösen Hersteller mit Lizenzen, was mittlerweile fast alle sind, tun das um ihre Mitarbeiter zu bezahlen, da man zum einen an Hardware kein Geld mehr verdienen kann und zum anderen es immer weniger Hardware gibt (Stichwort serverbasiertes System).

    Und nun kurz zum Thema:
    Ich und auch viele andere, können an der F X oder auch OSBiz X3 nichts negatives finden. Besonders die Administrierung ist durch das Webinterface auch für den Endkunden sehr einfach geworden. Da kann man nichts falsch machen.
    Was genau benötigt wird, würde mich da aber auch interessieren um besser helfen zu können.

    Gruß

    tkmensch
     
  6. Koppelfeld

    Koppelfeld Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar.

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    ICH GLAUB', MEINE BACHE FRISCHT.
    Das, was ich hier schreibe, basiert auf REALEN Erfahrungen, und zwar mehr- bis vielfachen ebensolchen.

    Mir jetzt hier zu unterstellen, ich wiederholte Hörensagen, ist eine solide Unverschämtheit. Verdammte Gesamtschüler: Nicht mal die simpelsten Interpunktionsregeln beherrschen, sodaß man das Gestammel mehrfach lesen muß, um ihm einen Sinn zu entlocken, aber hier hier den dicken Max geben.

    Gemeint ist offensichtich: "Die Annahme, daß Siemens resp. Unify verlange, daß man nach einer Reparatur bzw. dem Austausch des Mainboards alle Lizenzen neu kaufen muß, ist blühender Blödsinn". Tja, genau so haben es etliche Kunden erlebt. Es gibt wenige Lizenzen, die an Erweitererungskarten gebunden sind, viele gelten aber im Zusammenhang mit der CPU. Und da stellt sich SIEMENS ganz stur. Insbesondere dann, wenn der Kunde eine Anlage von der Telekom übernommen hat. Dan ist nämlich der Lizenznehmer die DTAG in Bonn und mit dem Endkunden besteht kein Vertragsverhältnis.

    Es gibt grundsätzlich immer irgendwelche "Möglichkeiten", ich frage in solchen Fällen auch schon 'mal ganz bei Kollegen nach, die - qualifiziert, wohlgemerkt - mit SIEMENS arbeiten, ernte aber meistens ein 'Njet'.


    Schreiben kannst Du nicht, Lesen auch nicht. Was meinst Du, zu welchem Zweck meine Fragen dienten ?

    Keine Sorge, der weiße Hai ist ein guter Freund von Tarzaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa.....
     
  7. telthies

    telthies Urgestein

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    Uiuiui.
    Das ist nämlich der Knackpunkt. Wenn man die Konfiguration einer DeTeWe logisch findet und dieses Gefühl zu einer Siemens mitnehmen will (oder umgekehrt), dann braucht man vorher hormonell eine Geschlechtsumwandlung. Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als daß zwei Telefonanlagenhersteller bei ihren Konfigurationsphilosophien kompatibel werden.

    Grundsätzlich gilt in jedem Fall ...
    ... daß Telefonanlagen ab der Größenordnung "muß man mit zwei Händen aus dem Karton heben" ein Maß an spezifischer Ahnung erfordern, das bestenfalls für extreme Freaks nebenberuflich zu erlangen ist.

    ist eine gute Idee. Zu den Umständen gehört auch, wer das ganze Gelump betreut, z.B. "hier in der Zentrale mache ich das, aber in der Filiale Entenhausen gibt es einen Hein Blöd ..."
     
  8. tkmensch

    tkmensch Beginner

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    Tja, Koppelfeld. Genau diese Reaktion war ja von dir zu erwarten.
    Ich schreibe hier nicht viel, aber wenn dann hat es Hand und Fuß und entspricht ebenfalls REALEN Erfahrungen.
    Aber davon ab, ist es nun einmal so das Unify von niemanden verlangt alle Lizenzen neu zu kaufen nur weil das Board defekt ist. Mag sein das es in Einzelfällen mal von einem Siemens-Mitarbeiter so Aussagen gab, aber Stand heute ist nun mal das es Unsinn ist.
    Also zum mitschreiben: JEDER Reseller mit einem Zugang zum CLS (Central-License-Server) kann die Lizenzen auf ein anderes Board shiften, ohne das er jemanden um Erlaubnis fragen muss. Selbst schon verschiedene male gemacht, da Blitz auf Board und Board kaputt. Wer sich was anderes sagen lässt, ist selber Schuld.

    Bevor du überhaupt angefangen hast nachzufragen was der Vortragene benötigt hast du erstmal einen Hersteller in den Boden gestampft.
    Und die Bedienung IST einfach und Probleme kenne ich bei dem System nicht mehr oder weniger, wie bei anderen auch, die mit Wasser kochen.

    Laut deiner Texte, scheinst du ja ein System entwickelt zu haben welches diesen Planeten in seinen Grundfesten erschüttert und die Kommunikation um Lichtjahre in die Zukunft befördert und woran alle Hersteller insolvent gehen werden, weil sie dir das Wasser nicht reichen können :)

    Und vielleicht kannst du bis dahin noch etwas Deutsch-Nachhilfe geben. Es stand leider nicht in den Forenregeln das man hier darauf hingewiesen wird :)

    Gruß

    tkmensch
     
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  9. krimscramer

    krimscramer Beginner

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    Hohoho, vielen Dank für die regen Antworten. Aber bitte ruhig bleiben, es ist doch Weihnachtszeit. :)

    Also wir haben derzeit:
    - ISDN Anschluss mit 6000er DSL Leitung (aktuell maximal verfügbar, evtl. noch Hybrid)
    - zusätzilch nutzen wir noch eine SIP-Leitung für ausgehende Gespräche
    - 6 Systemtelefone
    - 3 DECT Telefone
    - 1 Faxgerät

    - keine Telefonzentrale
    - keine Außenstellen
    - reine Schreibtischarbeitsplätze
    - im Betrieb ist überall WLAN verfügbar - evtl. für ein Funktelefon nutzen, aber kein Muss

    Verkabelung derzeit:
    klassische Telefondrähte (Kupfer?) teilweise >20 Jahre alt
    Verkabelung der PC-Arbeitsplätze unabhängig davon mittels neuer Verkabelung

    Die bisherige Comfort Pro Anlage manage ich selbst. Verkabelung ist ordentlich verlegt und die Anlage wurde über die Jahre immer wieder von mir erweitert. Die Administration ist bei der Comfort Pro eigentlich relativ selbst erklärend, bzw. mit Trial & Error bin ich doch sehr weit gekommen. :)
    Daher war mein Wunsch und Gedanke, die Anlage nach 15 Jahren mal zu erneuern und die neue Anlage auch wieder selbst managen zu können. Ebenso sollte es ein gängiges Modell sein, sodass man auch in ein paar Jahren die Anlage (ggf. bei Ebay & Co) erweitern kann.

    Ich hoffe mit den Angaben könnt Ihr mir weiter helfen und ich habe mich nicht endlos disqualifiziert....

    Danke!!!
     
  10. Koppelfeld

    Koppelfeld Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar.

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    Naja, es wird doch nie so viel gestritten wie um die Weihnachtszeit ...
    Aber Du hast recht, dann will ich mich beeilen, bevor wieder der Blockwart um die Ecke kommt:

    Das ist doch 'mal eine Ansage.
    Da würde ich ernsthaft über eine kleine Aerswald nachdenken. Das ist eine reinrassige
    ISDN-Anlage, welche aber nach außen und nach innen Baugruppen bietet, die VoIP-Geräte
    unterstützen.

    INTERN bietet es sich an, sog. UP0 - Apparate zu verwenden, Du kannst die vorhandene
    Zweidrahtverkabelung nutzen, wobei Du, wie bei Siemens (Unify, Atoss oder wie auch immer
    das Verwesungsstadium tagesaktuell apostrophiert wird), an eine Doppelader auch zwei
    Telephone Anschließen kannst. Über die Stromversorgung mußt Du dir auch keine Gedanken
    machen.

    Also: Kleine Auerswald mit sechs Systemapparaten, einer Analogkarte (für Fax) und evtl. einem
    achtkanaligen DSP für den Anschluß von mehr als zwei externen VoIP-Kanälen.

    Den Provider (leider wird es ja wohl auf die Telekom hinauslaufen) würde ich auf einem ("zerti-
    fizierten") LANCOM - Router terminieren. DSL sowieso, aber auch das ISDN _und_ Euren
    momentanen SIP-Account. Das hat so seine Vorteile, wenn die TK-Anlage (und als solche
    gibt sich der Router den Providern gegenüber aus) eine öffentliche IP hat.
    Der Router gibt, über LAN, alle Rufe in die Auerswald, wo diese _einmalig_ in ISDN "gewan-
    delt" werden. Der Rückweg funktioniert genau so.


    Das Webinterface von Auerwald ist gepflegt und weitgehend selbsterklärend, der Service
    vorbildlich. Es gibt einen erstklassigen Faxserver dafür als Einsteckkarte.

    Nachteile:
    Die Auerswald-Systemtelephone sind nicht von der wünschenswerten "Profi-Qualität".
    Wenn Du Computer-Anwendungen integrieren möchtest, dann mußt Du einen ganz ekligen
    "ESTOS Pro Call" kaufen, einen aufgedunsenen Haufen Windows-Müll.


    Was das DECT angeht:
    Soll es sich um einzelne "analoge" DECT-Telephone handeln ?
    Davon würde ich eher abraten, gerade in Verbindung mit VoIP ist das ein Garant für
    miese Sprachqualität.
    Man kann aber auch an eine Auerswald mühelos ein ordentliches DECT hängen, zum
    Beispiel eine Spectralink KWS400.
     
  11. borat

    borat Schon ein paar Mal da gewesen

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    Hallo Koppelfeld, kurz noch etwas zu deiner nachstehenden Erläuterung:

    Gemeint ist offensichtich: "Die Annahme, daß Siemens resp. Unify verlange, daß man nach einer Reparatur bzw. dem Austausch des Mainboards alle Lizenzen neu kaufen muß, ist blühender Blödsinn". Tja, genau so haben es etliche Kunden erlebt. Es gibt wenige Lizenzen, die an Erweitererungskarten gebunden sind, viele gelten aber im Zusammenhang mit der CPU. Und da stellt sich SIEMENS ganz stur. Insbesondere dann, wenn der Kunde eine Anlage von der Telekom übernommen hat. Dan ist nämlich der Lizenznehmer die DTAG in Bonn und mit dem Endkunden besteht kein Vertragsverhältnis.

    Da hast du schon recht, aber.... mann muss nur nachweisen, das man der neue Besitzer der Anlage ist, dann wird die Anlage auf den neuen Besitzer umgeschrieben, und dann entfallen auch alle Einschränkungen. Als Nachweis gegenüber Unify reicht die Rechnung, in deinem Beispiel der Telekom aus.
    Wenn dies gemacht wurde gibt es keine Probleme mit Lizenzen o.ä.

    Aber auch ohne die Änderungen der Besitzrechte können Lizenzshift z.B. bei einem defekten common control board (CBSAP / CBCC / OCCL usw.)
    über jeden lizenzierten Händler vorgenommen werden.

    Also hat jeder von euch ein wenig recht oder beide haben komplett recht, wie es euch gefällt.

    Gelegentlich wünscht man sich ja auch nur den Weltfrieden... auch in einem Telefonanlagenforum....unter Leidensgenossen der Technik.

    In diesem Sinne wünsche ich weiterhin besinnliche Weihnachten.

    Schönen Abend noch

    Borat
     
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  12. Koppelfeld

    Koppelfeld Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar.

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  13. Koppelfeld

    Koppelfeld Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar.

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    Schön wäre es gewesen. Im speziellen Fall handelte es sich um eine ehemalige Mietanlage (HiPath 3800, umfangreich ausgebaut). Die Telekom hatte dem Kunden nicht nur für fünf Jahre die Mietgebühr berechnet sowie die monatliche Wartungspauschale, sondern der Einfachheit halber auch für fünf Jahre die Wartungsgebühr für die alte, von ihr selbst ausgebaute "Oktopus E300".
    Das waren nur lächerliche 30.000,-- zuviel berechnet, die Telekom war so gnädig, 1.500,-- für die letzten 3 Monate zurück-zuerstatten. Weitere 30.000,-- wurden für ein Ding von "Speech Design" versenkt, das die (ausgezeichnet funktionierende) DECT-Anlage der E300 ersetzen sollte. Natürlich hat das nie funktioniert, also wurde nochmal teuerst umlizensiert ("Mobile-Team-User"), aber jetzt kostete jedes Intern- und jedes Externgespräck richtig viel Geld.
    Der unqualifizierte Ersatz einer TOP-Anlage (eben Oktopus E300), die übrigens eigentlich gar nicht von Siemens kommt, sondern von Nixdorf ("ISDN := In Sachen Digitalisierung Nixdorf" hieß es früher), hat den Endkunden gut und gern eine Viertelmillion gekostet.


    Sic stantibus rebus hat dann der Kunde die Reißleine gezogen, den Mietvertrag gekündigt und die Anlage zum Restwert übernommen. Geplant war ursprünglich, eine dreistellige Anzahl an "Werkstelephonen" in UP0-Technik zu belassen und die 3800 als "SIP <--> UP0" - Adapter zu verwenden.
    Erste Überraschung: Die Telekom gab nicht einmal die Paßwörter heraus, "denn sonst könnten Sie eigenmächtig Ports freischalten und damit den Wert der Anlage erhöhen".
    Zweite Überraschung: Die "KDS", das ist etwas ganz Gruseliges, ließ sich unter Zuhilfenahme eines Editors, eines C-Compilers und des UNIX - "dd" - Kommandos innerhalb von 20 Minuten "knacken". "Security" nach Art des Hauses Siemens.
    Dritte Überraschung: Bezüglich der Lizensierung (ein Firmwareupgrade, ich glaube, auf "V9", stand an) diverser Karten und Funktionen lehnte Siemens kategorisch jede Zusammenarbeit ab, das müsse deren Partner, die Telekom in Bonn, anstoßen.
    Die Telekom wiederum sagte, "wir sind keine Vertragspartner mehr, also unterstützen wir euch nicht".
    Vierte Überraschung: Weil wir die (für einen sinnvollen Betrieb einer HXGM-Karte notwendigen) Upgrades nicht machen konnten, "dachten" wir uns, "koppeln wir die Anlagen doch über den verwaisten Primärmultiplexanschluß", was übigens nicht die dümmste Variante ist.
    Fünfte Überraschung: Es kommt nicht nur darauf an, wieviele Kanäle beispielsweise einer S2M - Baugruppe "lizensiert" sind, sondern man muß das offenbar für jede "Richtung" tun. Jedenfalls gab es ganz massive Schwierigkeiten, die Karte für "interne" Anschlüsse zu konfigurieren.

    Conclusio: Telekom und Siemens: Die kürzeste Verbindung zwischen Holzweg und Sackgasse.

    Bezüglich dieses Themas war ich vor einiger Zeit mit "geöhnlich gut unterrichteten Kreisen" aus dem hier bekannten Bunker-Team essen. Es ging darum: "Kann ich einem Kunden guten Gewissens beispielsweise eine HiPath 3800 als "Device Server" für ein paar hundert "Optipoints" anbieten?". Die Antwort war ernüchternd: Angeblich werden ab einem schon länger in der Vergangenheit liegenden Stichtag _überhaupt_ keine Lizenzen mehr für ältere Anlagen ausgestellt. Es soll jedoch einige große Ex-Siemens-Partner geben, die sich Lizenzpakete "auf Vorrat" gekauft haben und diese jetzt vermarkten.


    Aber nicht unter einer praemissa maior, die da lautet, "Ich möchte die Anlage selbst verwalten".

    Ich wünsche mir wieder mehr qualifizierte Diskurse auf dem Niveau z.B. eines "SK". Unnötig und irreführend ist es m.E., einem Endbenutzer zu sagen, "mit der neuen Unify-Wandwarze bekommst Du keine Probleme". Doppelt unnötig ist so etwas, wenn für die Anforderung des Benutzers beispielsweise mit Auerswald ein wesentlich geeigneteres System bereitsteht.


    Der Wunsch hat gewirkt. Wir haben ein sehr besinnliches Weihnachten auf den kanarischen Inseln verbracht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 26. Dezember 2017
  14. borat

    borat Schon ein paar Mal da gewesen

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    Hallo Koppelfeld, dachte ich es mir doch, das du meine Antwort nicht unbeantwortet lässt, habe schon gewartet....aber wie ich sehe hast du dich gut erholt im Urlaub und bist noch im alten Jahr zu voller Stärke wieder aufgelaufen....schön und hoffentlich gut erholt.

    Natürlich kann es, wie von dir beschrieben, zu Unstimmigkeiten zwischen großen Firmen wie der Telekom und Siemens / Unify kommen, meines Erachtens ist das aber nicht die Regel.

    Aber was in Deutschland immer stärker um sich greift ist dieser wirklich ganz schlechte Stil eines deutschen Sachbearbeiters mit unkündbar Status, ich bin mir wirklich nicht sicher ob hier der deutsche Staat bei der Industrie abschaut oder ob es nicht anders herum ist.

    Dadurch kommen meist die Unstimmigkeiten zustande, da Menschen an Stellen sitzen, an denen man gelegentlich Entscheidungen zu treffen hat und diese aus Dummheit, Feigheit oder einfach aus Unfähigkeit nicht getroffen werden. Nach dem Motto lieber keine Entscheidung treffen als eine falsche Entscheidung getroffen zu haben. Dafür gibt es dann zur Belohnung einen wohlklingenden Titel, zumindest unter der Email, Visitenkarten gibt es ja erst bei der nächsten Gehaltserhöhung.....

    Wirklich schlimm, wenn man auch schon andere Zeiten in diesem Lande erlebt hat, wir kommen der Dritten Welt ja immer näher, das erleichtert dann auch die Migration, leider nicht die der Software bei Telefonsystemen....aber ich schweife ab, zurück zum Thema.

    Wie schon gesagt, ist es möglich, die Anlage auf Werkseinstellung zurückzusetzen und sich über den Lizenzserver ein neues Passwort inklusive der Lizenzen generieren.zu lassen. Dies wird dann in die Anlage eingespielt und man ist zumindest auf dem Softwarelevel, den man auch gekauft hat und kann bzw. muss die Passwörter neu setzen.
    Ein Upgrade von V8 nach V9 war meines Wissens kostenfrei. Die HXGM kann bzw. muss auf den Stand der CBSAP hochgerüstet werden um den Betrieb sicher zu stellen - ebenfalls kostenfrei.

    Die Lizenzpolitik eines Unternehmens liegt eben leider in dessen Händen, aber auch hier etwas zur Aufklärung:

    Unify und alle anderen Hersteller / Softwarekopierer möchten, daß die Anlagen wenn möglich auf einem aktuellen Softwarestand betrieben werden, man spart sich dadurch die früher mal lieb gewonnenen Softwarepatches und deren Entwicklung. Dies ist eine Kostenfrage und wer diese Kosten bezahlt ist ja auch jedem klar - der Kunde.
    Dies hat natürlich den Vorteil, das wenn neue Softwareprodukte eines Drittanbieters auf den Markt kommen, diese nur in den letzten Varianten der Anlagen zu integrieren sind.

    Bei Unify werden dazu sog. SSP Lizenzen vermarktet, die bei den meisten in Deutschland installierten Anlagen über den Mietpreis durch den Kunden bezahlt werden, je nach Vertrag 3 oder 5 Jahre, ist dies eben günstiger oder teurer, nicht mehr und nicht weniger.

    Grundsätzlich will Unify, mit den aus meiner Sicht, günstigen Upgrades, eigentlich die Kunden erhalten, die eine große Anzahl von Systemendgeräte benutzt, dann macht der Upgrade definitiv Sinn.
    Auch bei den reinen IP Softwareanlagen lässt sich der "Lizenzhersteller" das Upgrade auf eine höhere Variante gut bezahlen
    z.B. 3CX - 65 Prozent des Neupreises (siehe Preise 3CX.com), da bist du mit einer Migration einer Hipath 3800 nach openscape X8 V2 ja der billige Jakob bei einem Upgradepreis inklusive einer neuen Steuereung OCCL mit 2500 € plus die minimalen Änderungen beim Kunden - 2 Stunden wenn überhaupt.


    Bei den großen Anlagen Hipath 4000 / openscape 4000 werden nur noch die letzten beiden Softwarestände weiterentwickelt und durch den Hersteller betreut, dies heißt natürlich nicht, das diese Anlagen nicht mehr funktionieren und sie deshalb ausgetauscht werden müssten, allerdings müssen sich die Nutzer solcher Anlagen darauf einstellen das der Betrieb oder die Hochrüstung eben Geld kostet.

    Es gab und gibt natürlich immer Händler, die diese Entwicklungen voraussehen ( also die mit der Glaskugel ) und sich darum ältere gängige Lizenzen auf Lager gelegt haben um diese noch zu vermarkten. Daran finde ich persönlich nichts Ungewöhnliches oder gar Schlechtes, das hätte jeder, der die Vertriebsmitteilungen des Herstellers erhält und natürlich auch liest, ebenso machen können.
    Nachträglich beleidigt zu sein weil man nicht selbst auf die Idee gekommen ist, finde ich nicht OK, dies bezeichnet diese Menschen eher als schlechte Verlierer.

    Die von dir angeführten Preise sind sicherlich aus alten Verträgen entstanden und sind sicherlich in heutiger Zeit nicht mehr zu generieren.

    Unify hatte übrigens die Mobility Lizenz eingeführt, das Speech Design Modul ist dadurch eigentlich komplett weggefallen.

    Ich hoffe etwas Licht in das Dunkel der Lizenzierung bei Unify gebracht zu haben und verbleibe mit den freundlichsten
    und immer noch weihnachtlichen Grüßen.

    Borat

    ....und Nein ich arbeite nicht für Unify....oder die Telekom oder eines ihrer Systemhäuser
     
  15. borat

    borat Schon ein paar Mal da gewesen

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    Hi Koppelfeld,

    hatte ich noch vergessen, zu deiner Aussage:

    Fünfte Überraschung: Es kommt nicht nur darauf an, wieviele Kanäle beispielsweise einer S2M - Baugruppe "lizensiert" sind, sondern man muß das offenbar für jede "Richtung" tun. Jedenfalls gab es ganz massive Schwierigkeiten, die Karte für "interne" Anschlüsse zu konfigurieren.

    Das ist eher dem Umstand geschuldet, das die Lizenzen in der Version 8 nicht mehr erhältlich waren, den Lizenzen für den S2 ist es egal welcher Richtung du sie zuordnest, du musst sie nur dem Anschluß zuordnen. Da sehe ich eher Defizite bei der Einrichtung der Durchleitung des Amtskopfes aus der S2 z.B. der Telekom zu dem dahinterliegenden System.

    Das ist eigentlich die beste Werbung für das Innovaphone System, welches meist so den Fuss in die Tür kriegt, kleine Anlage vor die Hipath gesetzt
    10 Apparate für die Chefs verkauft und anschließend das alte System nach und nach ablösen......dabei spielt es keine Rolle welches System dort steht.
    Da ist der Unify Vertrieb doch wirklich zu blöd das dem Kunden als Innovation zu verkaufen....mal abgesehen davon das ich dann zwei komplett diferente Systeme programmieren muss....


    Conclusio: Telekom und Siemens: Die kürzeste Verbindung zwischen Holzweg und Sackgasse.


    Aus den von dir gemachten Erfahrungen nachzuvollziehen, entspricht aber gar nicht meiner eigenen Erfahrung vielleicht auch mal andere Siemens / Unify Menschen fragen.



    Also hat jeder von euch ein wenig recht oder beide haben komplett recht, wie es euch gefällt.

    Aber nicht unter einer praemissa maior, die da lautet, "Ich möchte die Anlage selbst verwalten".

    Wenn der Kunde den vollen Zugriff haben möchte, kein Problem, er sollte sich aber zumindest die Grundlagen aneignen oder von dem Techniker einweisen lassen.


    Bezüglich dieses Themas war ich vor einiger Zeit mit "gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen" aus dem hier bekannten Bunker-Team essen. Es ging darum: "Kann ich einem Kunden guten Gewissens beispielsweise eine HiPath 3800 als "Device Server" für ein paar hundert "Optipoints" anbieten?". Die Antwort war ernüchternd: Angeblich werden ab einem schon länger in der Vergangenheit liegenden Stichtag _überhaupt_ keine Lizenzen mehr für ältere Anlagen ausgestellt. Es soll jedoch einige große Ex-Siemens-Partner geben, die sich Lizenzpakete "auf Vorrat" gekauft haben und diese jetzt vermarkten.


    Das ist soweit richtig, Altlizenzen nur noch über den Bestandshandel, nicht über Unify (Hipath 3800 bis V9)
    Es bleibt aber immer noch die kostengünstige Hochrüstung und der Kauf der SSP Lizenzen, was die Softwareversorgung anbelangt ist er dann auf Zeit auf der sicheren Seite.

    Eins muss ich hier auch einmal anmerken, jeder Installateur meint hier die Buchhaltung von Unify zu kennen und sie deshalb tot reden zu müssen, von Neulingen in der Branche die vor ein paar Jahren begonnen haben Anlagen aus Eigenproduktionen mit GUI über Asterisk zu vermarkten spricht keiner, die leben anscheinend ewig und sind dem Marktgeschehen, wiederum anscheinend, nicht unterworfen und müssen auch keinen Gewinn generieren.....man wundert sich.

    Und klar Koppelfeld, Auerswald stellt sicherlich auch nette Anlagen her, sie spielen doch aber wirklich in einer anderen Liga.

    Siemens und jetzt auch Unify hat meines Erachtens nur verpennt ein System zu entwickeln, das mit der selben Software und der selben Hardware (falls noch benötigt) funktioniert und sich auch gut bedienen lässt, dann hätten sehr viele "Entwickler" schlechte Karten, aber das würde natürlich bedeuten das man aus dem schon lange zurückliegenden Nixdorf Kauf etwas gelernt hätte, was definitiv nicht geschehen ist.


    Schöne Grüsse Borat
     
  16. Koppelfeld

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    Man verschenkt im Falle von vielen Endgeräten auch gerne komplett neue Hardware. Jetzt erlebt: 3800 alt gegen 3800 fabrikneu, 120 x "Openstage Lava" mit kleinem Display, DECT mit 20 Basisstationen, 60 Mobilteile. Aktionspreis komplett mit Einbau:
    6.000,--. Da habe ich dem Kunden gesagt, "Nimm' die Kiste".
    Denn warum sollte er wechseln ?
    6.000,-- hätte er bei uns allein für die Ertüchtigung seines Netzwerks bezahlem müssen. Und ich sehe auch bis heute keinen Grund, auf Biegen und Brechen UP0 gegen VoIP zu tauschen.

    Dumm nur: In diesem Falle hatte der Kunde eine Wahl. Wenn er jedoch erst einmal "am Kanthaken" hängt, dann wird er gnadenlos abgezockt. Beispiel: Ein Kunde möchte ein zusätzliches Mobilteil an einer HiPath. "Oh, die alten Mobilteile gibt es nicht mehr und wenn Sie die neuen einsetzen, dann müssen Sie einen Upgrade der Anlage vornehmen, macht 2.500,--.
    Dann ging aber ein (unter Wartung stehendes) Mobilgerät kaputt, wurde gegen ein neues Modell getauscht -- und siehe da, es lief auch ohne Upgrade.

    Naja, keine Gnade für den, der Windows verwendet.
     
  17. Koppelfeld

    Koppelfeld Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar.

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    Schuldig im Sinne der Anklage. Du kennst dich wirklich gut aus. Aber trotz diverser Fehler unsererseits lief die Karte anfänglich nur mit zwei Kanälen. Ärgerlich, daß das beim Testen nicht aufgefallen war und wir beim Produktivstart sehr, sehr dumm aussahen. Ist schon länger her, aber an DIE Blamage erinnere ich mich noch, als wäre es gestern gewesen.


    Du wirst lachen -- manchmal geht es gar nicht anders. Ich hatte jetzt das wirkliche Vergnügen, in einem Top-Hotel die Anlage zu erneuern, unterstützt von einem wirklichen Spitzen-Team. War fast wie Urlaub. Und wenn man denkt, "Industrie - 3 Schichten - das ist schwierig", dann kann man das vergessen gegen das, was zu jeder Tages- und Nachtzeit so in einem Hotel abgeht. Und Du mußt "unsichtbar" sein für die Gäste. In solchen Fällen nehmen wir tatsächlich ein "3 - Wege - Gateway" in Betrieb, sodaß die Ablösung der Altanlage Schritt für Schritt erfolgen kann.
    Und für den Kunden ist es nur fair: Er kann sich jetzt vorher angucken, was er bekommt.

    Das kann man mit Innovaphone abbilden -- kein Wunder, das sind ja zur Telephonanlage aufgebohrte Gateways. Und sie basieren auf H.323, was ich aber eher als Mangel sehe. Der Ärger kommt hinterher, wenn zum Beispiel eine FIDELIO-Schnittstelle nicht so läuft, wie sie soll.
    Das nebenher ist der Grund, weshalb ich Open Source schätze: Nach diversen Zuverlässigkeitsproblemen haben wir uns hingesetzt und eine FIDELIO-Schnittstelle völlig neu geschrieben. Persönlich bin ich eigentlich eher so der MVS-Typ, aber wegen dieser von Anfang an vorhandenen Offenheit und Interoperabilität greife ich immer wieder auf Unix zurück. Wobei ich das niemals einem Anfänger empfehlen würde mit der prahlerischen Attitüde "ist doch ganz einfach".

    Aber: Durchaus sinnvoll, wenn Du ein paar hundert Nebenstellen in diversen Fabrikhallen hast. Da bleiben wenig Alternativen:
    - IP fällt heraus, Ein Kunde hat aktuell für eine Viertelmillion Angebote für Verkabelung und Switches zur Versorgung zweier Hallen vorliegen. Auch, wenn man das sinnvoll auf kapp 100.000,-- beschränken kann: Das ist eine Menge Geld.
    100 Meter in einer Fabrik sind wenig, ibs. wenn die Kabel in 15 Meter Höhe auf Kabeltrassen liegen. Der Aufbau von Unterverteilungen ist extrem aufwendig. Und: Von Telephontechnikern wird das Thema "LAN" in aller Regel nicht beherrscht.
    Das ist auch nicht weiter verwunderlich, denn "eigentlich" ist ein moderner Switch nichts anderes als eine hochkomplexe "Telephonanlage" für IP-Pakete.
    - Analogtelephonie: Das ist eine Option, es gibt solide Gateways mit 48 Ports (und praktischen Telco-Buchsen) von diversen Herstellern zwischen 600,-- und 1.200,--. Wobei schon das preiswerte absolut tauglich ist.
    Da hast Du dann Display, Rufnummernanzeige, g722a, 3er-Konferenz, Rufumleitung, Mailbox und alle gängigen Systemfunktionen.
    Da darf man allerdings nicht so einen Schund wie Starscheiß dran betreiben, denn die hätten dann gern pro Port in etwa 150,--.
    Und konfigurieren tut sich das Ding auch nicht so, wie es soll.
    Schön ist auch, daß man die Adapter dezentral einsetzen kann, d.h., man kann die dicken 100 DA - "Knüppel" abbauen, worüber sich nicht nur der Brandschutzbeauftragte freut, sondern auch der Betriebselektriker. Wir haben schon 6,8 A Potentialausgleichs-strom mit dem Zangenampèremeter gemessen. Und den bei 1.600 KHz.
    Aber die Nachteile der analogen Geräte sind bekannt.
    - UP0: Das ist der Standard, den Kunden in den Werkshallen verbaut haben. Und wer damals etwas ordentliches haben wollte, der kaufte SIEMENS. Ich weiß nicht, warum Alcatel so hoch gehandelt wird. TENOVIS hatte prima Anlagen, aber die "Tittentelephone" hielten einfach nicht. Es gab auch die PHILIPS Sopho, ex- F&G, als ordentliches System, aber das hatte niemand. Gut, das "Pessipoint" kann man nicht mehr hernehmen, denn die Displays haben den Zenit ihres Lebenszyklus' weit überschritten. Aber die "Openstage Lava" kann man verwenden, man muß nur zwei Stützen in den Boden schrauben, sodaß das Display einen geeigneten Ablesewinkel hat. Meistens sind die "Openstage" schon vorhanden.
    Und da muß man sich überlegen, "wie gehe ich das an ?". Eine Variante ist die, die bestehende HiPath zu einem "SIP / UP0 -
    Gateway" umzubauen. Das klappt prima (ich schicke Dir -und natürlich jedem Forumsmitglied auch- gern eine Anleitung), aber man muß schon sehr genau aufpassen, daß beim Kunden nicht urplötzlich nach Ausfall einer CPU-Karte der Laden stehenbleibt.
    Wenn man so etwas macht, dann ist eine Ersatzbox 'cold standby' Pflicht.
    Ich sehe ja schon bei "SK", daß dieser über andere Erfahrungen verfügt. Aber immer, wenn ich mich gerade wieder beruhigt habe, kommen die mit einem neuen "Klopper" um die Ecke.

    Den SIEMENS-Kram lasse ich von einem jungen Mann machen, welcher mir allerdings fast immer um "zwei Schachtzüge" im Denken voraus ist und der außer ISDN keine anderen Hobbys hat. Aber trotz hoher Qualifikation, umfassenden Grundlagenwissens, ausreichender Erfahrung und genügend Zeit unterlaufen auch Spitzenleuten Fehler beim Konfigurieren der Siemens - Büchsen. Fehler, die ganz subtile Auswirkungen haben, weil sie unerwartete Wechselwirkungen nach sich ziehen.
    Klar kann eine von Frau Merkels "Fachkräften" ein Auto oder einen LKW fahren, wie unlängst unter Beweis gestellt, aber eben keine Dampflok. Und eine Auerswald verhält sich zur Siemens wie ein PKW zur Dampflok.

    Es ist bloß ärgerlich, wenn, und schon sind wir wieder beim Rosa Miesen, noch in 2016 (!!!) richtig fett ausgebaute 3800er verkauft werden.

    Einige sind ja extrem erfolgreich, dank permanenter Kooperation mit "Funkschau" und "connect". 150,-- pro Port für eine Anlage, die von Hause aus "Freis Software" ist -- für mich ist das eine Mentalität, "da ernten, wo andere gesäht haben". Für mich ist es auch eine Frage der Ehrlichkeit und Seriosität, den Namen "Asterisk" nicht zu unterschlagen. Bei den Platzhirschen fällt auf:
    Trotz GUI keine vernünftige Integration von Anlagen und Endgeräten. Wir sind daher mit Asterisk ganz andere Wege gegangen und tun das auch schon seit weit mehr als einem Jahrzehnt. Wobei wir auch klar sagen, "Wir haben kein Allheilmittel".


    Ja, schon. Nur: Wenn Du ab und zu einmal einen Dübel in die Wand bekommen willst, dann kaufst Du dir auch keine Hilti.


    Es ist doch noch viel schlimmer !
    Denn sie haben es ja gemacht! Komplettes Redesign der Software, ein echtes VoIP-System, mit dessen Funktionalität in der CPU-Karte, aber mit der Option, jede Karte mit 32 Kanälen ansprechen zu können. Inclusive DECT.
    Wurde aber alles EINGESTAMPFT !
    Neuentwicklungen in den USA und in der UDSSR (wie auch immer sie tagesaktuell heißt) -- alle gecancelt, das deutsche Entwicklungsteam fast komplett gefeuert. Nein, steht so nicht in den Zeitungen, habe ich aus 1. Hand von einer Entwicklungsingenieurin. Friendly fire inklusive: "Das Management läßt gerade unser DECT sterben (war ja auch bloß das beste weltweit), die Leute sind zu alt und daher zu teuer, wir kaufen jetzt bei Drittanbietern".
    Gleichzeitig heult das SIEMENS-Management auch heute noch, "Wir kriegen ja ÜBERHAUPT keine qualifizierten Fachkräfte mehr". Da platzt mir der Kragen.

    Aber ich wünsche, noch sehr entspannt vom Urlaub, einen fluffigen Übergang ins neue Jahr!
     
  18. telthies

    telthies Urgestein

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    Du hast Fähnlein Fieselschweif, Hausautomation und eine Zivilschutzimmobilie vergessen ;-)
     
  19. Koppelfeld

    Koppelfeld Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar.

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    Nicht wirklich.
    Handelt es sich doch bei allen dreien um Objekte, wo viel ISDN integriert werden muß...
     
  20. retrofreak83

    retrofreak83 Schon ein paar Mal da gewesen

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    ... und zwar mit Asterisk'scher Hilfe, wenn ich darauf mal hinweisen darf :D
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. Dezember 2017
  21. retrofreak83

    retrofreak83 Schon ein paar Mal da gewesen

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    Da sind 11 zu viel in den Standard reingerutscht, was? Ich nehme an, G.711a war gemeint?
    Praktisch keine Grenzen im DECT-Ausbau, v.a. was die Teilnehmer-Anzahl angeht, wäre für mich schonmal ein Grund.
    Wo unterscheidet sich das fundamental von der OSBiz?
    Gleichfalls!
     

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